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Vorwahlen in Amerika : Clinton gewinnt Ohio und Texas, McCain die Kandidatur

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Comeback für Hillary Clinton: Mit Siegen in Ohio und Texas über Barack Obama bei den Vorwahlen der Demokraten sind ihre Aussichten auf die Kandidatur für das Präsidentenamt wieder gestiegen. Bei den Republikanern sicherte sich John McCain die Mehrheit der Delegiertenstimmen für die Nominierung - sein Rivale Huckabee gab auf.

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          Kopf-an-Kopf-Rennen bei den amerikanischen Demokraten, Klarheit bei den Republikanern: Mit einer Siegesserie in den Vorwahlen hat Senator John McCain das Rennen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur für sich entschieden. Der 71-Jährige gewann in den Bundesstaaten Ohio, Texas, Vermont und Rhode Island und sicherte sich damit die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August. Bei den Demokraten gelang Hillary Clinton mit Siegen in Ohio, Texas und Rhode Island ein unerwartetes Comeback, sie wahrte sich so ihre Chancen im Rennen gegen Barack Obama.

          Vor Anhängern in Dallas erhob McCain offiziell Anspruch auf die Spitzenkandidatur: „Ich werde der Kandidat der Republikaner für das Amt des amerikanischen Präsidenten sein.“ Sein schärfster Rivale, der ehemalige Gouverneur Mike Huckabee, gab nach seinen neuerlichen Niederlagen auf und erklärte seine Unterstützung für McCain. Der frühere Baptistenprediger rief seine Parteifreunde auf, sich hinter McCain zu versammeln. Er habe dem Senator versichert, „alles zu tun, um unsere Partei zu einigen“, sagte Huckabee. Der Republikaner, der anders als McCain im konservativ-religiösen Lager verankert ist, gilt als möglicher Kandidat für die Vizepräsidentschaft.

          „Ich widme dies all jenen, die schon abgeschrieben wurden“

          Clinton schloss nach ihren Siegen bei den Vorwahlen in Ohio und Rhode Island ein Ausscheiden aus dem Rennen aus und kündigte eine Fortführung des Wettstreits an. „Wir machen weiter, wir werden den ganzen Weg zurücklegen“, sagte sie vor Anhängern in Columbus in Ohio. Ihren Sieg in dem wichtigen Bundesstaat wertete sie als Comeback: „Ich widme dies all jenen, die schon abgeschrieben wurden und doch nicht aufgegeben haben, all jenen, die gestürzt und wieder aufgestanden sind.“ Clinton dankte ihrem parteiinternen Gegenkandidaten Obama für den bisherigen Wahlkampf. Sie freue sich, ihren „Dialog mit Senator Obama über die wichtigen Themen für dieses Land fortzusetzen“, sagte sie. In den vergangenen vier Wochen hatte Clinton eine Serie von zwölf Niederlagen gegen Obama einstecken müssen.

          Siegesserie erst einmal gestoppt: Barack Obama
          Siegesserie erst einmal gestoppt: Barack Obama : Bild: AP

          Nun deutete sie sogar die Möglichkeit einer gemeinsamen Präsidentschaftskandidatur mit Obama an. „Das könnte die Richtung sein, in die sich alles bewegt“, sagte Clinton in der CBS „The Early Show“. Die Wähler müssten nur noch entscheiden, wer an der Spitze stehen solle. „Ich denke, die Menschen in Ohio haben klar gesagt, dass ich das sein sollte.“ Obama ging auf seine Niederlagen nicht weiter ein, sondern verwies nur darauf, dass er bei den Delegiertenstimmen klar deutlich führt.

          Obama sagte in San Antonio in Texas: „Wir sind auf dem Weg, diese Nominierung zu gewinnen.“ Er wies vor seinen Anhängern darauf hin, dass er nach wie vor einen klaren Vorsprung in der Zahl der Delegierten für den Nominierungsparteitag im Sommer habe. „In den kommenden Wochen werden wir eine große Debatte mit John McCain führen“, sagte er weiter. Dieser wolle die Politik des amtierenden Präsidenten George W. Bush fortsetzen, „die diesem Land einen schlechten Dienst erwiesen hat“. Obama hatte zuvor in Vermont gewonnen.

          Clinton-Berater werfen Obama-Mitarbeitern „skandalöse Tricks“ vor

          Wahlkampfberater von Clinton warfen unterdessen Mitarbeitern von Obama Betrugsversuche bei den Wahlversammlungen der Demokraten in Texas vor. In einer eilig anberaumten Telefon-Konferenz mit Journalisten beschuldigte Clintons Texas-Wahlkampfchef Ace Smith die Gegenseite, in dem Bundesstaat zu „skandalösen und undemokratischen Tricks“ zu greifen. In einigen Wahllokalen hätten Obama-Wähler den Anhängern Clintons den Zugang zu den Wahlversammlungen (Caucuses) verwehrt: „Obama-Anhänger haben die Wahlversammlungen übernommen und Clinton-Anhänger ausgeschlossen, die eigentlich Recht auf Zugang hatten.“

          Die Demokraten in Texas haben ein komplexes Vorwahlsystem, das Komponenten einer klassischen Vorwahl (Primary) mit Wahlversammlungen (Caucuses) verbindet. Etwa zwei Drittel der Delegiertenstimmen des Staates für den Nominierungsparteitag im Sommer wurden tagsüber in den Primaries per einfacher Stimmabgabe in Wahllokalen bestimmt. Das restliche Drittel wird in Caucuses bestimmt, zu denen sich Parteianhänger nach Schließung der Wahllokale an mehr als 8000 Orten in Texas persönlich einfanden. Belastbare Ergebnisse lagen zunächst nicht vor, sie wurden im Laufe des Mittwochs erwartet.

          Die nächsten Vorwahlen in einem großen amerikanischen Bundesstaat finden am 22. April in Pennsylvania statt.

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