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Vereinigte Staaten : Warum will überhaupt einer Präsident sein?

Profitiert der Republikaner McCain vom Albtraum der Rivalen? Bild: AP

Dieser amerikanische Wahlkampf ist spannend und erregend und bizarr: Bei der Demokratischen Partei liefern sich Hillary Clinton und Barack Obama einen Vernichtungswahlkampf im eigenen Lager. Den Republikaner John McCain indessen lässt der Albtraum der Rivalen frohlocken. Aber wer auch immer siegt: Es wird schwer!

          Eigentlich könnten die Umstände für Amerikas Demokraten nicht besser sein: ein Präsident, der in der Einschätzung der Wähler in den Kategorien Beliebtheit und Kompetenz mittlerweile beispiellos abgestürzt ist; eine Republikanische Partei, der schon bei der letzten Kongresswahl das Stündlein geschlagen hat; eine Bevölkerung, die mit Pessimismus und Verdrießlichkeit in die Zukunft blickt; eine Wirtschaft, die in die Rezession abgeglitten ist, zuletzt keine neuen Arbeitsplätze mehr geschaffen hat und auch keine höheren Einkommen; und zwei Kriege, aus denen so bald kein Weg herausführen wird.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Eigentlich, sollte man also meinen, müssten die Demokraten im Herbst förmlich ins Weiße Haus segeln. Ein Wechsel der Parteien scheint nachgerade zwingend. Die große Demütigung aber wird es nicht geben. Es wird vielleicht überhaupt keinen Sieg der Demokraten geben, wenn es um den großen Preis der amerikanischen und der Weltpolitik geht. Und weil das so kommen kann, wissen die Republikaner, die Partei des ungeliebten Präsidenten, im Moment nicht, ob sie träumen.

          Vernichtungswahlkampf im eigenen Lager

          Dieser amerikanische Wahlkampf ist spannend und erregend und bizarr: Die beiden Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei, die Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama, liefern sich einen Vernichtungswahlkampf im eigenen Lager, wie man ihn in vielen Jahren nicht erlebt hat - eine Schlacht, deren Bitterkeit Führung und Basis der Partei in immer größere Verzweiflung stürzt und bei der ein Ende lange nicht abzusehen war.

          Auch ein Sieg bei der Vorwahl in West Virginia wird die schwierige Lage für Hillary Clinton nicht ändern

          Hillary Clinton steht an diesem Dienstag zwar vor einem klaren Sieg bei der Vorwahl in West Virginia, ihr Rivale Barack Obama konzentriert sich aber schon auf das Duell mit dem republikanischen Bewerber John McCain. Obama hielt sich auch nicht in West Virginia auf, in dem es um 28 Parteitagsdelegierte ging, sondern in Missouri - einem der Schlüsselstaaten bei der Präsidentenwahl im November.

          McCain hat gute Chancen

          McCain indessen lässt der Albtraum der Rivalen frohlocken. Er, dessen Kampagne vor einem Jahr schon vor dem Zusammenbruch stand, der sich dann aber berappelte, während den vermeintlichen Favoriten die Florida-Sonne nicht bekam, er hat durchaus Chancen, Nachfolger George W. Bushs zu werden.

          Demoskopen, PR-Leute und sonstige professionelle Politikbeobachter halten das nicht für ausgeschlossen, selbst wenn eine Mehrheit von ihnen es noch immer für wahrscheinlicher hält, dass ein Demokrat der 44. Präsident der Vereinigten Staaten wird - ein Sieg mit Millimeterabstand.

          Aber was ist schon wahrscheinlich bei dieser Wahl, in deren Vorfeld eine Mehrheit der befragten Amerikaner Hillary Clinton nicht über den Weg traut, aber von ihrer Zähigkeit beeindruckt ist, bei der viele nicht wissen, ob die Auftritte ihres Mannes Bill inspirierend wirken oder niederträchtig sind?

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