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Obamas Pläne für die Wirtschaft : „Der Hang wird steil sein“

Der Automarkt ist am Boden - viel zu tun für Obama Bild: AP

Die Wirtschaftspolitik wird zu einer der wichtigsten Baustellen des neuen Präsidenten werden. Der Automarkt ist am Boden, die Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe und Obama hat seinen Wählern so einiges versprochen - von Klimaschutz über Konjunkturprogramm bis zu Krankenversicherung.

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          „Yes we did“, jubelten in Chicago Zehntausende während sie den Wahlsieg von Barack Obama feierten. Zuversicht, Aufbruchstimmung und positive Energie prägten die Rede des neu gewählten 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Börsen in Asien reagierten mit einem kräftigen Kursplus. In Amerika und Europa schlossen sie am Abend mit Gewinnen - den klaren Sieg Obamas vorwegnehmend (siehe auch: Börsen gehen nach Obamas Sieg zur Tagesordnung über). Der Dax eröffnete am Morgen allerdings trotz der guten Vorgaben im Minus.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Vor Obama liegen schwere Aufgaben. „Die Straße vor uns wird lang sein. Der Hang wird steil sein“, sagte er in seiner Rede - und bezog sich dabei auch auf die Herausforderungen, die von der derzeitigen Finanzkrise ausgehen. „Es wird Rückschläge und Fehlstarts geben“.

          Die Konjunktur strauchelt

          Die Wirtschaftspolitik wird angesichts der Krise eines der zentralen Politikfelder sein, um das Obama sich künftig kümmern muss. Fallende Häuserpreise, ständige Zwangsversteigerungen, Banken, die zuhauf nach staatlicher Rettung greifen - die Baustellen sind zahlreich. Nach den Banken strauchelt nun die Konjunktur, die Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe. Seit dieser Woche ist die Rede vom „schwarzen Oktober auf dem Automarkt“ - die Verkaufszahlen liegen darnieder wie seit Jahrzehnten nicht mehr (siehe auch: Amerikas Automarkt schrumpft auf Niveau der achtziger Jahre ).

          Auf die kürzeste Art und Weise lassen sich die wirtschaftlichen Absichten des künftigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama wohl so zusammenfassen: Mehr Steuern - mehr Staat. Das gilt sowohl generell als auch für die von Obama vorgeschlagenen Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Finanzkrise. Einige Wirtschaftszweige hätten sich daher wohl lieber McCain ins Weiße Haus gewünscht. Andere hoffen, von den Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur, die Obama plant, zunächst zu profitieren.

          Weiteres Konjunkturprogramm angekündigt

          Obama hat der Mittelschicht und den „kleinen Leuten“ so einiges versprochen. Schon seit längerer Zeit hat der neue Präsident für den Fall seiner Wahl ein weiteres Konjunkturprogramm angekündigt, unter anderem in Form von Steuererstattungen für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Ein Beispiel: Obama fordert, dass Familien bis zu 15 Prozent ihrer Altersvorsorgeersparnisse bis zu einem Maximum von 10.000 Dollar auflösen können - ohne darauf eine Strafsteuer zahlen zu müssen, wie das normalerweise in Amerika üblich ist.

          Die Regel soll nach seinen Vorstellungen das gesamte kommende Jahr über gelten, um den Verbrauchern leichter Zugang zu Geld zu verschaffen. Solche Vorschläge freuen den Handel, der darum bangt, dass die Konsumenten demnächst ihr Geld aufgrund der Finanzkrise sehr viel stärker beisammen halten werden als früher.

          Obama will nun große Infrastrukturprojekte anschieben

          Außerdem hat der frisch gewählte Präsident temporäre Steuererleichterungen für Firmen vorgeschlagen, die in den kommenden zwei Jahren neue Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten schaffen. Zusätzlich will Obama große Infrastrukturprojekte anschieben - auch zum Zwecke der Ankurbelung der lahmenden Konjunktur. Über seinen Sieg dürfte sich daher beispielsweise die Baubranche freuen.

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