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Obamas Außenminister : Clinton hat offenbar die besten Karten

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Ein neues Dream-Team? Obama und Hillary Clinton im Oktober in Orlando Bild: REUTERS

Die Chancen für Hillary Clinton steigen, die Nachfolge von Condoleezza Rice anzutreten: „Um Tee mit dem zukünftigen Präsidenten zu trinken“, würde sie nicht nach Chicago fahren, sagte ein Clinton-Vertrauter über ihr jüngstes Treffen mit Obama.

          Die Spekulationen über Hillary Clinton als mögliche Außenministerin in der neuen US-Regierung halten an. Ein Stratege der Demokratischen Partei, James Carville, sagte am Freitag dem Fernsehsender CNN, die Gespräche mit dem designierten Präsidenten Barack Obama seien schon „ziemlich weit fortgeschritten“.

          Obama und Clinton trafen sich bereits am Donnerstag in Chicago, wie der Fernsehsender NBC berichtete. „Sie wusste, sie würde dort nicht hinfahren, um Tee mit dem zukünftigen Präsidenten zu trinken“, sagte Carville, der 1992 den Wahlkampf für Hillarys Clintons Ehemann Bill leitete und ein enger Vertrauter des Ehepaares ist.

          UN-Botschafter Richardson härtester Rivale

          Am Freitag traf Obama sich in Chicago jedoch auch mit dem Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson. Aus Kreisen der Demokraten hieß es, die beiden seien nicht die einzigen Kandidaten für das Amt, mit denen Obama gesprochen habe. Der künftige Präsident habe noch nicht erkennen lassen, wen er bevorzuge, erklärte ein hochrangiger Berater.

          Yes, we can: Obama und Clinton im Januar in Hollywood

          Der Fernsehsender ABC meldete aus dem Umfeld des Obama-Teams, bei den Gesprächen mit Clinton sei es nicht „um ein hartes Angebot“ gegangen. Obama sei damit sehr vorsichtig. Laut ABC habe Obama Clinton gesagt, er wisse, wie sehr sie sich „um das Gesundheitssystem sorge, es gibt jedoch noch andere Herausforderungen“. Die Senatorin selbst hielt sich bedeckt. Sie wolle über die künftige Regierung Obamas nicht spekulieren, sagte Clinton am Freitag.

          Die Senatorin von New York und Richardson waren Konkurrenten Obamas im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Richardson war unter Präsident Bill Clinton Amerikas Botschafter bei den Vereinten Nationen und Energieminister. Er verfügt über große außenpolitische Erfahrung.Obama habe Clinton direkt gefragt, ob sie am Amt des Außenministers Interesse habe, hieß es bei den Demokraten. Doch sei dies kein Hinweis, dass sie auch Obamas Favoritin für den Posten sei.

          Vertraute zu Beraterin im Weißen Haus ernannt

          Clinton galt zunächst als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin. Obama entschied sich jedoch für den langjährigen Senator Joe Biden. Der kommende Präsident hat in seinem Übergangsteam inzwischen jedoch mehrere ehemalige Mitarbeiter des früheren Präsidenten Clinton versammelt. Sowohl Bill als auch Hillary Clinton machten zuletzt entschlossen für Obama Wahlkampf. Obama soll sich auch mit dem Expräsidenten ausgesprochen haben, der ihn während des Vorwahlkampfs teils heftig attackiert hatte.

          Neben Clinton und Richardson wurden für die Besetzung des Außenministeriums auch der republikanische Senator Chuck Hagel und der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry als mögliche Kandidaten genannt. Die Besetzung des Außenministeriums gilt normalerweise als Schlüsselpersonalie einer neuen amerikanischen Regierung. Wegen der Finanzkrise erhält derzeit allerdings die Frage nach dem künftigen Finanzminister mehr Aufmerksamkeit.

          Treffen mit McCain am Montag

          Obama will am Montag den Republikaner John McCain treffen. Der unterlegene Kandidat bei der Präsidentschaftswahl ist nach Angaben von Vertrauten beider Politiker nicht für ein Regierungsamt im Gespräch. Doch will der künftige Präsident McCain offenbar zur Zusammenarbeit bei Themen wie Klimaschutz, Einwanderung oder Folterverbot gewinnen.

          Unterdessen ernannte Obama seine langjährige Vertraute Valerie Jarrett zur Top-Beraterin im Weißen Haus. Das verlautete aus dem Team des künftigen Präsidenten. Jarrett war für mehrere Spitzenämter der neuen Regierung im Gespräch. Unter dem amtierenden Präsidenten George W. Bush hatte Karl Rove die Position eines Senior Advisers inne.

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