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Obamas Amtseinführung : Größer als die Oscars

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Bruce Springsteen mit den Obamas Bild:

Barack Obamas Amtseinführung in der kommenden Woche dürfte der Society-Event des Jahrzehnts werden - ganz Hollywood hat sich in Washington angesagt. Doch während sich die Clintons noch im Glanz der Celebrities gesonnt haben, hat sich das Verhältnis inzwischen umgekehrt.

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          Goldene Trophäen wird es nicht geben, keine goodie bags und nicht einmal Gratis-Champagner. Die sonst omnipräsenten Paparazzi müssen zuhause bleiben, die meisten roten Teppiche im Lager, und zu allem Überfluss haben die Meteorologen auch noch eisige Temperaturen angekündigt. Trotz dieser Widrigkeiten – jede einzelne schon Grund für eine Absage – kommen die Stars aus Hollywood dieses Wochenende in Horden nach Washington. Die Amtseinführung „ihres“ neuen Präsidenten wollen sich die Celebrities nicht entgehen lassen. Barack Obamas Inauguration ist selbst für die verwöhnten Promis aus LaLaLand die elitärste Party des Jahres – und größer als Oscars, Golden Globes und Grammys zusammen.

          Für viele Stars ist die Reise nach Washington aber auch eine Art Coming-out. George Clooney, Halle Berry, Matt Damon und andere prominente Sympathisanten der Demokratischen Partei und ihres Kandidaten hatten sich während des Wahlkampfes mit offener Unterstützung zurückgehalten – besonders nach einem Wahlfilmchen der Republikaner, das Obama als „die größte Celebrity der Welt“ in eine wenig ruhmreiche Reihe mit Britney Spears und Paris Hilton stellte. Sofort avancierte „Celebrity“ zum Unwort unter Washingtons Wahlkämpfern, dicht gefolgt von „liberal“.

          Prominente Spendensammler

          Anstelle gemeinsamer Auftritte mit Obama konzentrierte Hollywood sich daher auf das Spendensammeln. Und das in gewohnter Manier äußerst erfolgreich. Allein im Monat August schwoll Obamas Kriegskasse um fast 70 Millionen Dollar an, das Gros davon eingetrieben bei Fundraisern zwischen Malibu und Beverly Hills. Obama-Fan Barbra Streisand erwirtschaftete weitere neun Millionen bei einem gemütlichen Abendessen mit Freunden in ihrer Villa in Beverly Hills, Talkdiva Oprah Winfrey steuerte nach einer intimen Party auf ihrem Anwesen in Santa Barbara noch einmal drei Millionen bei.

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          Obamas Amtseinführung : Größer als die Oscars

          Die Abendrobe für die mehr als zwei Dutzend Partys in dieser Woche hat Oprah Winfrey übrigens seit Monaten im Schrank und den Fitnesstrainer, der sie in das Kleid hineinquälen soll, längst angeheuert. Die Frage, welche Gala oder Lounge sie mit ihrer Anwesenheit adeln wird, dürfte der Talkerin und anderen Celebrities aber weit schwerer fallen.

          Abendessen selbstverständlich exklusive

          Beyoncé, Shakira und Sheryl (Crow) kommen nach Washington, ebenso Oscar-Preisträger wie Jamie Foxx („Ray“) und Denzel Washington („Training Day“). Natürlich wird auch Menschen- und Naturfreund Bono dabei sein, der seit Jahren vor keiner guten Tat zurückschreckt. Außer ihm noch „Good Girl Gone Bad“ Rihanna mit einem Auftritt im Nightclub Ibiza, Rapper Ludacris im Wardman Park Hotel sowie Cyndi Lauper, Melissa Etheridge und Rufus Wainwright im Mayflower Hotel. Besonders hoch ist die Promi-Dichte aber bei der Gala der „Creative Coalition“, einer Gruppe politisch aktiver Persönlichkeiten aus der Filmindustrie. Zu ihrer Party nach der Vereidigung Obamas am Dienstag haben sich Superstars wie Stevie Wonder, Maura Tierney, Spike Lee und Ellen Burstyn angesagt – für mindestens 5000 Dollar je Ticket, Abendessen selbstverständlich exklusive.

          Nach Wahlkampfspenden in Rekordhöhe greift Hollywood auch für Obamas Amtseinführung tief in die Tasche. Diesmal gibt es eben nicht nur den Händedruck eines Vielleicht-Präsidenten, sondern ein Stück „history in the making“, wie die Prominenten nicht müde werden zu betonen. „Man muss einfach dabei sein“, meint denn auch Oprah und lässt es sich nicht nehmen, zu Ehren des ersten schwarzen Präsidenten Amerikas ihre Show diese Woche aus Washington zu senden. Will Smith, in letzter Zeit wegen seiner angeblichen Nähe zu Scientology in die Schlagzeilen geraten, plant zu Obamas Amtseinführung derweil ein bodenständiges Kinderkonzert mit der zukünftigen First Lady Michelle.

          Nach einer durchfeierten Nacht

          Barack Obama wird es recht sein. Der Auflauf der Celebrities verhilft ihm zu mehr Publicity als jede noch so kreative PR-Agentur. Und das Beste: Hollywood bringt auch noch Geld mit, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Schauspielerin Halle Berry hat allein für die Inauguration 50.000 Dollar an die Organisatoren der Feierlichkeiten zwischen Lincoln Memorial und Capitol Hill überwiesen, Hollywoods Powerpaar Steven Spielberg und Dreamworks-Kollege Jeffrey Katzenberg ebenfalls. Die Rekordmarke von 30 Millionen Dollar hat Obamas Inaugurationskomitee dank weiterer prominenter Spender wie Melinda Gates (Bills Frau), Magic Johnson und Sharon Stone daher längst überschritten.

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