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Nach Vorwahlsieg auf Puerto Rico : Clinton kämpferisch: „Ich führe beim Volk“

  • Aktualisiert am

Bleibt kämpferisch: Hillary Clinton nach ihrem Sieg auf Puerto Rico Bild: AFP

Am Rückstand auf Barack Obama bei den Delegiertenstimmen hat auch der deutliche Sieg bei den Vorwahlen auf Puerto Rico nichts geändert. Hillary Clinton gibt ihren Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nicht auf: „Ich führe beim Volk“, versucht sie nun, Obamas Vorsprung kleinzureden.

          Senatorin Hillary Clinton hat nach ihrem deutlichen Sieg bei den Vorwahlen in Puerto Rico weiterhin keinerlei Bereitschaft gezeigt, sich im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur geschlagen zu geben. „Ich bin die Kandidatin“, die die Partei zum Sieg gegen die Republikaner führen kann, rief Clinton Anhängern in San Juan am Sonntag zu. Bei den Delegiertenstimmen liegt die ehemalige First Lady aber weiter hoffnungslos hinter ihrem innerparteilichen Rivalen Barack Obama zurück. Dieser geht nach Angaben eines Sprechers davon aus, noch in dieser Woche als Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert zu werden.

          Clinton erreichte auf Puerto Rico rund 68 Prozent der Stimmen, Obama nur etwa 32 Prozent. Die Siegerin wandte ausdrücklich an die sogenannten Superdelegierten, die auf dem Nominierungsparteitag im August in Denver den Ausschlag geben werden. Superdelegierte haben auf dem Parteitag Sitz und Stimme kraft ihrer Parteiämter. Clinton betonte, sie habe die meisten Stimmen auf sich vereint, Obama liege lediglich durch die Auszählungsregeln vorne. „Ich führe beim Volk. Er führt bei der Delegiertenzählung“, sagte die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten. „Welcher Kandidat kann unsere Partei im November zum Sieg führen?“, fragte Clinton, um die Frage gleich selbst zu beantworten: „Ich bin in diesem Wettkampf, weil ich glaube, dass ich diese Kandidatin bin.“

          Michigan und Florida: Clinton verlangt weiter volle Wertung

          Ihren Rückstand bei den Delegiertenstimmen will Clinton offenbar weiterhin nicht akzeptieren. In einem Interview der „Washington Post“ deutete sie an, sie werde möglicherweise gegen eine Entscheidung der Parteiführung zur Wertung der Vorwahlen in Michigan vorgehen. „Wir behalten uns das Recht vor, das zu tun, aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen“, sagte Clinton.

          Die Abstimmung in Michigan war ebenso wie jene in Florida von der Vorwahlwertung ausgeschlossen worden, weil diese Bundesstaaten ihre Abstimmung in unzulässiger Weise auf den Januar vorverlegt hatten. Clinton hatte die volle Wertung der Wahlen verlangt, bei denen sie jeweils gewonnen hatte. Die Parteiführung hatte am Wochenende aber beschlossen, den Delegierten aus den beiden Bundesstaaten nur ein halbes Stimmrecht zuzugestehen. Obama bekam außerdem Michigan-Delegierte zugesprochen, obwohl sein Name dort nicht auf den Wahlzetteln gestanden hatte.

          Obama rechnet mit Nominierung im Laufe der Woche

          Bei den Delegierten stand Obama am Montag nach Erkenntnissen der Website RealClearPolitics.com ganz kurz vor der erforderlichen Mehrheit, die nach dem Hinzufügen von Delegierten aus Michigan und Florida nun bei 2118 liegt. Obama hatte demnach 2068 Delegierte hinter sich, darunter 329 Superdelegierte. Clinton konnte dagegen auf 1914 Delegierte zählen, darunter 290 Superdelegierte. Bei den noch ausstehenden Vorwahlen in Montana und South Dakota an diesem Dienstag kann keiner der beiden genügend Delegierte gewinnen, um das Rennen endgültig für sich zu entscheiden. Wer letztlich nominiert wird, wird von den noch unentschiedenen Superdelegierten abhängen.

          Barack Obama gab sich auch nach dem Ergebnis von Puerto Rico sicher, dass er die Nominierung so gut wie in der Tasche habe. Auf einer Wahlveranstaltung in South Dakota teilte er mit, er habe Clinton zu ihrem Sieg gratuliert. Er lobte sie für ihren unermüdlichen Einsatz im Wahlkampf und für ihre Arbeit als Senatorin von New York. Obamas Sprecher Robert Gibbs hatte kurz zuvor in einem Fernsehinterview erklärt, er rechne damit, dass Obama noch im Laufe dieser Woche als Präsidentschaftskandidat der Demokraten feststehen werde.

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