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McCains Team schlägt zurück : „Haufen kriecherischer Deutscher“

  • Aktualisiert am

McCain ließ sogleich einen Fernsehspot gegen Obama drehen Bild: AP

Nach seiner Auslandsreise wird Barack Obama scharf von seinem Widersacher John McCain angegriffen. Dessen Sprecher warf Obama vor, er „ziehe einen Haufen kriecherischer Deutscher einem Treffen mit verwundeten Soldaten in Deutschland vor“.

          Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat am Wochenende seine Kritik an seinem Herausforderer Barack Obama von den Demokraten wegen dessen abgesagtem Besuch bei verwundeten amerikanischen Soldaten im Militärhospital Landstuhl in der Pfalz bekräftigt. McCains Sprecher Tucker Bounds warf Obama vor, dieser „ziehe einen Haufen kriecherischer Deutscher einem Treffen mit verwundeten Soldaten in Deutschland vor“. Das sei ein Zeichen für die mangelnde Erfahrung Obamas, sagte Bounds dem Nachrichtensender „Fox News“.

          McCain selbst schloss sich der Kritik an, indem er die Version von Obamas Wahlkampfteam zurückwies, das Pentagon habe den Besuch Obamas in Landstuhl faktisch verhindert. „Hätte mir jemand vom Pentagon gesagt, ich könne die Soldaten nicht besuchen, dann hätte es ein Erdbeben gegeben“, versicherte McCain dem Sender ABC am Sonntag. Pentagon-Sprecher Bryan Whitman sagte, Senator Obama sei niemals mitgeteilt worden, er könne die verwundeten Soldaten nicht besuchen.

          „McCain ist immer für unsere Truppen da“

          In einem eilig für das Wochenende produzierten Wahlwerbespot warf das Wahlkampfteam McCains Obama vor, der wirkliche Grund für dessen Absage sei gewesen, dass das Pentagon gemäß seinen Richtlinien bei dem Besuch „keine Kameras zulassen“ wollte. Demgegenüber sei „McCain immer für unsere Truppen da“, während sich Barack Obama stattdessen „Zeit für einen Besuch im Fitness-center genommen“ habe.

          Aus Obamas Wahlkampfteam hieß es, der Angriff McCains sei „gerade deshalb so unaufrichtig, weil er unsere Soldaten zu ebenjener Politisierung missbraucht, die Senator Obama vermeiden wollte“. Unterdessen zog Obama selbst eine positive Bilanz seiner Reise nach Afghanistan und in den Irak, nach Jordanien und Israel sowie nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Vor seinem Rückflug nach Chicago wies Obama darauf hin, dass McCain in der Frage des Zeitplans für einen Truppenrückzug aus dem Irak faktisch seine Position übernommen habe, wonach ein Abzug der Kampftruppen bis Sommer 2010 möglich sei. Man müsse damit rechnen, dass die potentiellen Wähler daheim die Abwesenheit eines Kandidaten während einer Woche nicht gutheißen und die Umfragewerte das zunächst widerspiegeln könnten, sagte Obama.

          McCain hat seit seiner faktischen Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten die Nachbarländer Kanada und Mexiko sowie Kolumbien besucht, ohne dabei auf ein so großes Medieninteresse zu stoßen wie Obama bei seiner Besuchstour. Obama will an diesem Montag in Washington mit dem früheren Finanzminister Robert Rubin, dem einstigen Chef der Notenbank Paul Volcker und dem Investor Warren Buffett zusammenkommen, um über kurz- und langfristige Maßnahmen zur Bewältigung der Finanzkrise und der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu sprechen.

          FAZ.NET dokumentiert das Original-Zitat von McCains Sprecher Tucker Bounds:

          „I think there have been nine different excuses out of Barack Obama's campaign as to why that trip and that visit never took place, and all of them fundamentally ignore one fact, which is that he couldn't make time in his schedule to meet with wounded combat troops who have served in Iraq and Afghanistan. He prioritises throngs of fawning Germans over meeting with wounded combat troops in Germany.“ (Quelle: Fox News)

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