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McCain vs. Romney : Der Kriegsheld gegen den Unternehmer

  • -Aktualisiert am

McCain strahlt als Sieger - das mögen die Wähler Bild: REUTERS

Das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur ist zu einem Duell zwischen John McCain und Mitt Romney geworden. McCains Trumpf ist sein Siegerimage. Romney könnte davon profitieren, wenn die Rezessionsängste den Wahlkampf weiter prägen.

          Jetzt sind es auf beiden Seiten Duelle. Bei den Demokraten stehen sich seit einiger Zeit Hillary Clinton und Barack Obama als einzige aussichtsreiche Bewerber um die Kandidatur für das amerikanische Präsidentenamt gegenüber - und nach dem Ausscheiden von John Edwards am Mittwoch ist es auch formal ein Zweikampf. Bei den Republikanern werden nach den Vorwahlen von Florida John McCain und Mitt Romney das Rennen unter sich ausmachen, auch wenn Mike Huckabee das „Ballspiel bis zum Ende mitmachen“ will.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Beide Auseinandersetzungen lassen sich als Kampf des Establishments gegen einen Rebellen betrachten: Hillary Clinton hat die älteren Wähler und die Parteifunktionäre hinter sich, Barack Obama kann sich auf den Enthusiasmus der jungen Wähler und die Unterstützung jener verlassen, die in Washington „aufräumen“ wollen. Bei den Republikaner war die Lage bis Dienstag unübersichtlicher, denn bis zu Rudy Giulianis bitterer Niederlage in den Vorwahlen von Florida konnten sich weder McCain noch Romney ihrer Führung sicher sein.

          „Washington ist kaputt“, ruft Romney

          Ähnlich wie Obama gegen Frau Clinton versucht Romney, der einzige ehemalige Gouverneur unter den drei Senatoren im Quartett der Kandidaten, sich als Außenseiter gegen McCain zu profilieren. „Washington ist kaputt“, lautet der jüngste Schlachtruf Romneys, und die Angelegenheiten in der Hauptstadt könnten nicht repariert werden, „wenn dort einer von einem Stuhl auf einen anderen wechselt“. Ob die Taktik aufgeht, McCain, der sich trotz mittlerweile 25 Jahren Zugehörigkeit zum Kongress in Washington als unberechenbarer, aber prinzipientreuer Starrkopf darzustellen vermag, ins gescheiterte System der Hauptstadt einzugemeinden, muss sich aber noch zeigen.

          Der Mormone Romney: Ein Musterbild von Familienvater

          Wählerbefragungen nach der Abstimmung in Florida vom Dienstag haben ergeben, dass McCain nach wie vor nicht das Vertrauen der Mehrheit der konservativen Wähler der Republikanischen Partei genießt: Unter den selbsterklärten Konservativen sprachen sich 40 Prozent für Mitt Romney und nur 29 Prozent für John McCain aus.

          Einer der lautesten Lautsprecher der Konservativen, der Radiomoderator Rush Limbaugh, betreibt seit Wochen eine Kampagne, mit der McCain das Etikett des Konservatismus ganz abgesprochen werden soll - und das, obwohl der Senator aus Arizona in einem Akt der Unterwerfung unter die Evangelikalen im Mai 2006 die Festansprache bei der Graduierungszeremonie der von Jerry Falwell gegründeten „Liberty University“ in Lynchburg (Virginia) gehalten hatte. Sechs Jahre zuvor hatte McCain den im Mai 2007 verstorbenen Baptistenprediger und einflussreichen Wortführer der christlichen Rechten noch als „Kraft des Bösen“ und als „Agent der Intoleranz“ bezeichnet.

          McCain die „ehrliche Haut“ mit Ecken und Kanten?

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