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Machtkampf unter Katholiken : Breit lächeln – und den Dolch in den Rücken stoßen

Kardinal Reinhard Marx (r.) und sein Gegenspieler, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Bild: dpa

Der Vatikan legt sich mit den deutschen Bischöfen an, es geht um die Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal. Dahinter stecken zwei mächtige Männer, denen der ganze Weg nicht passt.

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          Kardinal Marx war diese Woche auf heikler Mission im Vatikan. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz wollte die Wogen glätten, nachdem in den Tagen zuvor mal wieder ein römischer Zyklon über die katholische Kirche in Deutschland hinweggezogen war. Es geht um den „Synodalen Weg“ – so nennen die deutschen Bischöfe den Prozess, in dem sie Konsequenzen aus den vielen Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Kleriker ziehen wollen. Das betrifft nicht nur eine bessere Auswahl und Ausbildung von Priestern. Es geht ans Eingemachte: Ist der Zölibat, die Verpflichtung zum enthaltsamen, ehelosen Leben, noch zu halten, wenn er erwiesenermaßen Menschen mit einer unreifen Sexualität anzieht, die sich dann an Kindern vergreifen? Soll die Kirche endlich Frauen zu Priesterinnen weihen, um das männerbündische System aufzubrechen? Welche Machtstrukturen müssen sich ändern, damit schwerste Verbrechen nicht mehr vertuscht werden können?

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Der Zyklon kam in Form eines Briefes, den der Vorsitzende der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, seinem Amtsbruder Marx (auf unserem Bild) schickte. Der Kanadier forderte darin Gefolgschaft ein. Der synodale Weg solle „im Einklang mit der Weltkirche beschritten werden“ und die „vom Heiligen Vater vorgegebenen Leitlinien berücksichtigen“. In dieser Allgemeinheit hätte Marx mit dem Brief noch halbwegs leben können. Doch hatte es der Anhang in sich. Ouellet übermittelte nämlich noch ein Rechtsgutachten des Vatikans zu den geplanten Statuten des synodalen Wegs – was selbst schon ungewöhnlich ist.

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