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Maas zum Tod des Botschafters : Kein Hinweis auf Verbindung von Heckers Tod zu seinem Amt

  • Aktualisiert am

Jan Hecker und Angela Merkel in Berlin am 29. April 2019 Bild: EPA

Der deutsche Botschafter in Peking ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Nun hat sich Außenminister Maas zum Tod von Jan Hecker geäußert.

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          Nach dem überraschenden Tod des deutschen Botschafters in China, Jan Hecker, deutet laut Außenminister Heiko Maas (SPD) nichts auf eine Verbindung zu dessen Arbeit hin. „Wir haben aufgrund der Todesumstände keine Hinweise, dass Jan Heckers Tod in irgendeinem Zusammenhang mit seiner dienstlichen Funktion als deutscher Botschafter in Peking steht“, sagte Maas am Montag der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch des Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten in Brandenburg/Havel. „Das ist für uns alle ein großer Schock gewesen, der uns völlig unvorbereitet getroffen hat.“

          Der neue Botschafter in China war nur kurz nach dem Antritt seines Postens in Peking überraschend gestorben. Der 54 Jahre alte Hecker war vor der Übernahme der wichtigen diplomatischen Funktion in Chinas Hauptstadt als enger außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tätig. Die Ursache seines Todes blieb zunächst unklar.

          „Es ist für uns alle schwer zu fassen, was dort geschehen ist und dass ein Mensch so unvermittelt aus dem Leben gerissen wird, mit dem man vor kurzem noch zusammengesessen hat und wirklich große und wichtige Fragen erarbeitet hat“, sagte der Außenminister. „Jan Hecker hat viel geleistet und dabei nie das Rampenlicht gesucht.“ Er betonte: „Für alles Weitere gilt: Auch ein Diplomat und seine Familie haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, in Frieden zu trauern.“ Der gebürtige Kieler Hecker war verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

          Richter am Bundesverwaltungsgericht

          Hecker hatte das Botschafteramt erst im August übernommen. Nach der Ankunft in Peking hatte der Spitzendiplomat mit seiner Familie zunächst die in China übliche Quarantäne wegen der Corona-Pandemie durchlaufen. Danach übergab Hecker Ende August in Peking sein Beglaubigungsschreiben und nahm die reguläre Arbeit auf.

          „Was für traurige und schockierende Nachrichten“, reagierte ein hoher Beamter des chinesischen Außenministeriums auf den Tod des neuen Botschafters. Ein führender deutscher Unternehmensvertreter, der gerade erst mit ihm zusammengetroffen war, sagte: „Tragisch. Er war ein solch schlauer und zurückhaltender Mann. Ein guter Zuhörer.“

          Vor seiner Entsendung nach China war Hecker im Bundeskanzleramt seit 2017 Leiter der Abteilung Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik und damit ein enger Vertrauter der Kanzlerin. Er begleitete Merkel auf ihren Reisen.

          Von 2011 bis 2015 war der Rechts- und Politikwissenschaftler als Richter am Bundesverwaltungsgericht tätig, nachdem er von 1999 bis 2011 im Bundesinnenministerium gearbeitet hatte.

          Hecker wurde 2015 Leiter des damals neu geschaffenen Koordinierungsstabes Flüchtlingspolitik, und er war in der Flüchtlingskrise maßgeblich mitverantwortlich dafür, das von der Kanzlerin ausgegebene Versprechen „Wir schaffen das“ in die Tat umzusetzen. Damit rückte Hecker ins Zentrum der Regierungspolitik an Merkels Seite auf.

          Hecker galt als herausragender Aufsteiger

          Er war der erste außenpolitische Berater der Kanzlerin, der nicht die klassische Diplomatenkarriere durchlaufen hatte, und er galt als herausragender außenpolitischer Aufsteiger. Nach der Bundestagswahl und dem Ende der Kanzlerschaft Merkels sollte Hecker nach Einschätzung von Beobachtern für Kontinuität im schwierigen Verhältnis zur aufstrebenden Großmacht China sorgen.

          Vertreter des chinesischen Außenministeriums hatten seine Ernennung ausdrücklich begrüßt und auf seine Nähe zur Kanzlerin verwiesen, die in den zunehmenden Spannungen Europas mit China einen eher zurückhaltenden Kurs vertritt. Heckers bisheriger Vertreter, der Gesandte Frank Rückert, übernimmt jetzt vorläufig die Botschafteraufgaben.

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