Ludovít Ódor : Nicht von gestern
Selbst in der Slowakei kennt nicht einmal jeder Zweite Ludovít Ódor, den Staatspräsidentin Zuzana Čaputová am Sonntag als künftigen Ministerpräsidenten benannt hat. Das geht aus einer Umfrage der Zeitung „Denník N“ hervor, die im Januar die Beliebtheit politisch relevanter Persönlichkeiten abgefragt hat. Interessant ist, dass „Denník N“, das in seiner Ausrichtung der liberalen Präsidentin nahesteht, den 46 Jahre alten Nationalbank-Vizechef überhaupt in die Umfrage aufgenommen hatte. Offenbar hat man ihn nicht erst seit gestern auf dem Schirm.
Ódor soll an der Spitze eines Übergangskabinetts stehen, das bis zur Regierungsbildung nach der vorgezogenen Parlamentswahl am 30. September amtiert. Die bisherige Mitte-rechts-Minderheitsregierung unter Eduard Heger hat seit einem parlamentarischen Misstrauensvotum nur eingeschränkte Vollmacht. Nach und nach sprangen Minister ab, vorige Woche wieder zwei. Da hat Čaputová die Reißleine gezogen. Ihr Kabinett Ódor (die Minister sollen erst nächsten Montag bekannt gegeben werden) werde das Land während des Wahlkampfes neutral führen, versprach die Präsidentin. Alle maßgeblichen Kräfte sollten sich wiederfinden können. Trotzdem wird sie es jenseits des liberalen Lagers kaum jemandem recht machen können.
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