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London : Assange will Botschaft von Ecuador verlassen

Julian Assange während der Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft in London Bild: AP

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat auf einer Pressekonferenz in London angekündigt, die ecuadorianische Botschaft „bald“ zu verlassen. Seit mehr als zwei Jahren lebt er dort aus Sorge vor einer Auslieferung.

          Der Gründer der digitalen Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, will angeblich demnächst die ecuadorianische Botschaft in London verlassen, in der er sich seit mehr als zwei Jahren aufhält. Auf einer Pressekonferenz, die er am Montag gemeinsam mit dem ecuadorianischen Außenminister Ricardo Patiño in der Vertretung gegeben hat, bestätigte er, das Gebäude „bald” zu verlassen. Er präzisierte weder den Zeitpunkt, noch das Procedere. Zu seinen Gründen machte er nur keine konkrete Aussage.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Assange, gegen den in Schweden wegen Vergewaltigung ermittelt wird, droht die Verhaftung und Auslieferung, sobald er sich außerhalb des Botschaftsgeländes bewegt. Gerüchten zufolge leidet der 43 Jahre alte Australier unter gesundheitlichen Beschwerden. Dazu sagte er am Montag, zwei Jahre in einem Haus festzusitzen würde jedem gesunden Menschen Schwierigkeiten bereiten. Der britische Sender Sky News hatte zuvor berichtet, Assange brauche Behandlungen wegen Herz- und Lungenproblemen.

          Ecuador hat Assange einen improvisierten Privatbereich in der Botschaft eingerichtet. Er kann arbeiten und auch Besuch empfangen. Sein körperlicher Bewegungsspielraum ist aber begrenzt. Assange beklagte sich während der Pressekonferenz über seine Behandlung in Europa, das die Grundrechte nicht mehr respektiere. Er werde in Großbritannien „seit vier Jahren ohne Anklage festgehalten”.

          Patiño sagte, Ecuador werde dem Australier auch in Zukunft „Schutz” bieten und ihm weiter Asyl in der Botschaft gewähren, aber nach zwei Jahren sei es an der Zeit, ihn gehen zu lassen. „Zwei Jahre sind einfach zu lang“, sagte Patiño.

          Assange hat sich, nach eigenen Angaben, dem Zugriff der Justiz entzogen, weil er nach einer Überstellung nach Schweden die Auslieferung an die Vereinigten Staaten befürchtet. Im Jahr 2010 hatte er auf Wikileaks geheime amerikanische Regierungsdokumente veröffentlicht, die ihm von dem Soldaten Bradley Manning zugespielt worden waren.

          Ein amerikanisches Militärgericht verurteilte Manning vor einem Jahr zu 35 Jahren Haft. Assange befürchtet, dass auch ihn in den Vereinigten Staaten eine hohe Haftstrafe erwarten würde. Laut eines Mitarbeiters von Wikileaks versucht Assange weiterhin Garantien zu erwirken, nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden.

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