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Kommentar : Der gefährliche Feind Chinas

  • -Aktualisiert am

Bis zuletzt hat Peking verhindert, dass Liu Xiaobo im Ausland behandelt wird. Dort hätte er noch einmal frei seine Meinung äußern können – und aus Sicht der Regierenden dem Land geschadet.

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          Fühlt sich Chinas Regierung jetzt sicherer? Immerhin ist ja nach amtlicher Lesart ein gefährlicher Feind des Landes gestorben. Dass der Rest der Welt in Liu Xiaobo nur einen aufrechten Streiter für Demokratie in China sah, hat ihn für die Regierenden in Peking nur noch gefährlicher gemacht. Denn sein Schicksal gab „Feinden“ im Ausland die Möglichkeit, sich in die inneren Angelegenheiten der Volksrepublik einzumischen.

          Deren Regierung nimmt für sich in Anspruch, über Leben und sogar über Tod ihrer Bürger zu bestimmen. Liu wurde erst aus dem Gefängnis entlassen, als er schon unheilbar krank war. Seine letzten Lebenstage waren vom krampfhaften Bemühen der Regierung bestimmt, den Friedensnobelpreisträger auf keinen Fall ins Ausland reisen zu lassen.

          Dort hätte man sein Leben zwar auch nicht mehr retten können; aber vielleicht hätte er noch die Kraft zu einem freien Wort gefunden. Und das hätte – im Sinne der absurden Anklage, die Liu ins Gefängnis brachte – die Grundlagen des Staates untergraben. Das konnte die ewig um das Wohl des Landes besorgte Regierung natürlich nicht zulassen.

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          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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