G-20-Gipfel in Hamburg :
Wie gewaltfrei wird gegen Trump und Co. protestiert?

Von Mona Jaeger, Hamburg
Lesezeit: 6 Min.
Alles nur zur Deeskalation? Ein Clown im Wortgefecht mit einem Passanten vor dem Hamburger Hauptbahnhof
In Hamburg proben linke Gruppen ihren Protest gegen den G-20-Gipfel. Gewalt will natürlich niemand gutheißen – doch echte Distanzierung fällt auch schwer.

Clowns sind keine bösen Menschen. Sie zünden keine Reifen an und werfen keine Steine auf Polizisten. „Clowns“, sagt Christian Blank, „deeskalieren. Die nehmen die Spannung raus.“ Gerade hüpfen drei vorbei, in weiten, bunten Hosen, weißen und roten Perücken und mit Plastikblumen in der Hand. Die legen sie, so üben sie es hier, später den hochgerüsteten Einsatzkräften vor die stahlkappenbeschuhten Füße. Seit einigen Jahren veranstaltet die Organisation Attac sogenannte Akademien, in denen Mitglieder und Sympathisanten den Widerstand üben: Wie man Werbung im öffentlichen Raum verunstaltet und verändert, sogenanntes Ad busting, welche Rechte man als Demonstrant hat und was man tun kann, wenn einen Polizisten bei einer Sitzblockade wegtragen. Immer wieder wird gesagt, was rechtlich erlaubt ist und was nicht, was man also unterlassen sollte. „Zivilen Ungehorsam“ nennen sie das hier. Gut hundert meist junge Frauen und Männer sind diesmal dabei. Dieses Jahr findet das Training wegen des G-20-Gipfels, den Anfang Juli Hamburg zu Gast haben wird, in einer Grundschule im Hamburger Norden statt.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.