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Ahrtal-Katastrophe : Lichtzeichen vom Dach

Ausmaß der Katastrophe: Ein Polizeivideo aus der Flutnacht im Juli 2021 wurde diese Woche veröffentlicht. Bild: dpa

Videos zeigen, dass das Ausmaß der Katastrophe im Ahrtal am Abend überdeutlich war. Der Innenminister will trotzdem richtig gehandelt haben.

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          Um 22:18 Uhr fliegt der Hubschrauber über den Ort Schuld. Die Aufnahme ist wackelig und dunkel, aber es ist deutlich zu erkennen, dass Brücken überspült sind, dass die Ahr schnell zwischen den Häusern hindurchströmt, dass Häuser fehlen. Aus manchen Fenstern in den Obergeschossen oder auch von den Dächern geben Menschen Lichtzeichen, offenbar in der Hoffnung, aus der Luft gerettet zu werden. Doch der Hubschrauber dreht ab, er hatte keine Seilwinde. Lichtzeichen sind auch in vielen anderen überfluteten Orten zu sehen. Etwa in Kreuzberg, Gemeinde Altenahr, wo die Kamera minutenlang auf einem Haus verharrt, das bis zum Dachgeschoss von den Wassermassen umschlossen ist und aus dessen Fenster offenbar Personen Zeichen geben. Später die Aufnahme eines beleuchteten Autos, das in der Ahr treibt und schon halb untergegangen ist. Der Scheibenwischer läuft. Ob Personen im Innenraum sind, ist unklar.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Bei der Ahrtalkatastrophe in der Nacht auf den 15. Juli 2021 starben 134 Menschen, mehr als 700 wurden verletzt. Tausende verloren Hab und Gut. Obwohl die Wassermassen am oberen Flusslauf bereits nachmittags wüteten und obwohl bereits früh Prognosen vorlagen, die von einem Hochwasser weit größer als jenes von 2016 ausgingen, ertranken auch nach Mitternacht noch Menschen unten am Rhein. Niemand hatte sie gewarnt.

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