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Libyen : Schale Mahnungen an Gaddafi

Bild: afp

In den schwächlichen Reaktionen der Vereinigten Staaten wie denen der Europäer spiegelt sich Ohnmacht - und so etwas wie die Rache der Geschichte: Sie haben Figuren vom Schlage eines Gaddafi gehätschelt und sich zum Narren gemacht.

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          Eine gute Woche hat es gedauert, bis der amerikanische Präsident sich zur Lage in Libyen und den Mordbefehlen des Regimes äußerte. Acht Tage! Haben Obama, dessen große Stärke doch seine Redekunst ist, die richtigen Worte gefehlt? War es allein die Sorge um das Schicksal amerikanischer Staatsbürger, die ihn zur Zurückhaltung anhielt? Oder hatte er auch den Aufruhr in Libyen, wie zuvor schon den in anderen arabischen Ländern, nicht auf dem Radarschirm?

          Vermutlich war es Letzteres. Aber dann ist es auch nicht so, dass eine forsche Verurteilungsrhetorik den irrlichternden libyschen Diktator – Berlusconi nennt ihn allen Ernstes „Freund“ – zur Räson bringen könnte. Nur so schal müssen die Mahnungen auch nicht sein. In den schwächlichen Reaktionen der Vereinigten Staaten wie denen der Europäer spiegelt sich Ohnmacht – und so etwas wie die Rache der Geschichte: Sie haben Figuren vom Schlage eines Gaddafi, die keine Skrupel haben, möglichst viel Blut ihrer Landsleute zu vergießen, gehätschelt, sie sind vor ihnen gekrochen (Stichwort: Aufträge) und haben sich zum Narren gemacht.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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