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Leitglosse : Mit Gewalt

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pes. Was sich genau am Mittwoch in Burma abgespielt hat, weiß das Ausland nicht. Eines allerdings ist klargeworden: Die Militärregierung ist entschlossen, den Weg der Unterdrückung zu gehen. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen, ...

          pes. Was sich genau am Mittwoch in Burma abgespielt hat, weiß das Ausland nicht. Eines allerdings ist klargeworden: Die Militärregierung ist entschlossen, den Weg der Unterdrückung zu gehen. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen, hätte so gar nicht zu dem gepasst, wie die Junta seit vielen Jahren regiert. Den ganz großen Knüppel haben die Militärs dabei offenbar noch gar nicht eingesetzt. Vielleicht hoffen die Generäle, dass sich die Demonstranten - oder deren Eltern - an das erinnern, was das Militär 1988 in Burma angerichtet hat. Bei der Niederschlagung einer Demokratiebewegung verloren damals Tausende ihr Leben. So schlimm sieht es zurzeit den Anzeichen nach noch nicht aus. Aber die Gefahr einer Eskalation wächst. Die demonstrierenden Mönche und ihre Unterstützer lassen sich dennoch anscheinend nicht abschrecken - sonst hätten sie sich am Mittwoch nicht den Sicherheitskräften entgegengestellt.

          Die internationale Empörung über die Junta ist ziemlich einhellig. Es ist gut, dass sich die Vereinten Nationen umgehend mit Burma befassen wollen. Aber man sollte sich nicht täuschen. Selbst wenn die Vereinigten Staaten und die Europäische Union neue Sanktionen beschließen sollten; selbst wenn die Nachbarn Burmas endlich ihre Zurückhaltung aufgeben: Aus der Empörung Präsident Bushs, Bundeskanzlerin Merkels oder Premierminister Browns spricht Ohnmacht. Viel mehr als symbolische Gesten haben sie den Oppositionskräften in Burma kurzfristig nicht zu bieten.

          Es ist deshalb an der Zeit, international endlich mit dem Finger in die einzig richtige Richtung zu zeigen: nach Peking. China hat sich Burma in Teilen untertan gemacht. Es verfolgt seine Interessen mit unbeugsamer Konsequenz. Dazu mag man stehen, wie man will: Aus dem chinesischen Engagement folgt aber in jedem Fall ein hohes Maß an Verantwortung. Wenn die burmesischen Generäle die Proteste blutig ersticken, dann tun sie das mit zumindest stillschweigender Billigung der chinesischen Regierung. Zwar sollen chinesische Vertreter in jüngster Zeit Kontakt mit burmesischen Oppositionellen gehabt haben. Aber wie anders als einen Aufruf zur obrigkeitlichen Gewalt soll man die Forderung der Pekinger Regierung vom Dienstag verstehen, in Burma solle "Stabilität" herrschen?

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