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Leitfaden : Zwischen Koran und Grundgesetz

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Das Innenministerium in Stuttgart verweist zur Begründung des Leitfadens für die Befragung von Muslimen mit Einbürgerungswunsch auf eine Umfrage, in der 21 Prozent der Muslime Koran und Grundgesetz für unvereinbar halten.

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          Zur Begründung, weshalb Muslime nach dem neuen Leitfaden befragt werden sollen, verweist das Stuttgarter Innenministerium auf eine Umfrage des Zentralinstituts Islam-Archiv in Soest. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2004 halten 21 Prozent der in Deutschland befragten Muslime Grundgesetz und Koran für unvereinbar. Nach Ansicht des Direktors des Islam-Archivs, Salim Abdullah, wurden die Ergebnisse der Umfrage, die mit Unterstützung des Bundesinnenministeriums erstellt wird, jedoch aus dem Zusammenhang gerissen.

          Die jährliche Befragung von tausend Muslimen zeige nämlich eine „ständig fortschreitende Integration“: Hielten 1972 nur 30 Prozent Koran und Grundgesetz für vereinbar, seien es 2004 67 Prozent gewesen. Das änderte sich aber im vergangenen Jahr, als der Anteil derjenigen, die mit Ja antworteten, auf 41 Prozent zurückging; nein sagten 24 Prozent.

          Viele Muslime verunsichert

          Deutlich gestiegen ist mit 35 Prozent vor allem die Zahl der deutschen Muslime, die angaben, „unsicher“ zu sein oder „keine Antwort zu wissen“. Abdullah erklärt diese Zunahme mit dem „Generalverdacht“, unter den sich viele Muslime gestellt fühlten, die sich fragen, ob sie in Deutschland überhaupt noch erwünscht seien. Diese Befragten hielten aber damit Grundgesetz und Koran nicht automatisch für unvereinbar.

          Fachleute kritisieren die pauschale Fragestellung der Umfrage des Islam-Archivs und mahnen zur Vorsicht vor weitgehenden Schlußfolgerungen. Sollten die in Stuttgart zitierten 21 Prozent zutreffen, wäre das nach ihrer Ansicht eine „erstaunlich rasche Entwicklung in eine positive Richtung“, sagt etwa die Marburger Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann. Zugleich weist sie aber darauf hin, daß man bei solchen Zahlen „schwimme“; man wisse ja nicht einmal, wie viele Muslime genau in Deutschland leben.

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