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Landwirtschaft : Funke wirft Künast „Politik des Unterlassens“ vor

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Der im Januar zurückgetretene Landwirtschaftsminister Funke fordert flächendeckende Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche.

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          Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) hat seiner Nachfolgerin Renate Künast (Grüne) im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche (MKS) eine Politik des Unterlassens vorgeworfen. Wenn er das Ressort noch führen würde, hätte er „längst einen Antrag für eine flächendeckende Impfung der Tiere gestellt und diesen dann auch entschieden vertreten", sagte Funke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

          Schon jetzt gebe es in der EU durch die Rinderseuche BSE und durch MKS einen so riesigen volkswirtschaftlichen Schaden, von dessen Ausmaß man sich bislang noch gar keine Vorstellung mache. Leider herrsche im Agrarbereich heute „eine Politik des Unterlassens und Nichtstuns", sagte Funke, der im Januar als Konsequenz aus der BSE-Krise als Landwirtschaftsminister zurückgetreten war. Das führe dazu, dass die leistungsfähigen kleineren bäuerlichen Betriebe, für die er sich als Minister immer eingesetzt habe, dem Wettbewerb praktisch schutzlos ausgesetzt seien. Das Ergebnis werde sein, dass viele dieser Betriebe „auf der Strecken bleiben“ und stattdessen viel größere Strukturen entstünden.

          Verbände: Sinnloses Töten

          Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände bewertete den Beschluss der Bundesregierung, trotz MKS-Gefahr keine vorsorgenden Impfungen des Tierbestandes zuzulassen, als Fehlentscheidung. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung hieß es, das „sinnlose Töten aus 'Vorsorgegründen' muss ein Ende haben, da geeignete Tierimpfstoffe vorhanden sind".

          EU gegen Massenimpfungen

          Die Ende Februar in Großbritannien ausgebrochene Maul- und Klauenseuche grassiert zurzeit in den Niederlanden, Frankreich und in Irland. Sie kann Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und andere Paarhufer befallen, ist für Menschen aber harmlos. Die EU-Länder hatten sich am Mittwoch nach Angaben der Europäischen Kommission gegen Massenimpfungen ausgesprochen. Der Veterinärausschuss in Brüssel billigte aber vorsorgliche Impfungen in zwei britischen Grafschaften.

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