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Kampf um Kobane : Kurdische Kämpfer wollen mehr Luftangriffe

  • Aktualisiert am

Auch zwei Wochen nach den ersten Luftangriffen durch die Vereinigten Staaten haben die Terroristen des IS die Stadt eingekesselt Bild: AP

Die kurdischen Verteidiger von Kobane fürchten die vollständige Einnahme der Stadt durch den „Islamischen Staat“. Sie bitten dringend um mehr Unterstützung durch Amerika und seine Partner in der Allianz gegen die Dschihadisten.

          Die kurdischen Soldaten in der schwer umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane fordern eine Verstärkung der Luftangriffe durch die von den Vereinigten Staaten angeführte Allianz gegen die Dschihadisten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Wie die britische Zeitung „Guardian“ unter Berufung auf kurdische Militärvertreter berichtete, konnten Kämpfer des IS weitere Panzerwagen und Artillerie an die Stadtgrenze transportieren.

          Zwar macht es der in Kobane stattfindende Nahkampf in den Wohngebieten der Stadt für die Piloten der Kampfjets schwer, Ziele zu treffen. „Wir haben ein Problem mit dem Häuserkampf“, zitierte das Blatt Esmat al-Sheikh, den Vorsitzenden des Verteidigungsrats in Kobane. Dennoch seien die Luftangriffe durch die amerikanischen Piloten von Vorteil für die Verteidigung Kobanes.

          12.000 Menschen könnten „massakriert“ werden

          Der UN-Gesandte für Syrien, Staffan de Mistura, warnte, dass rund 12.000 Einwohner Kobanes „aller Wahrscheinlichkeit nach massakriert“ würden, falls es den Dschihadisten des IS gelänge, die Stadt vollständig in ihre Gewalt zu bringen.

          Die Stadt ist demnach gegenwärtig fast vollständig eingekesselt, mit Ausnahme eines schmalen Bereichs nahe der türkischen Grenze. Mistura rief darum ausdrücklich die Türkei zur Verstärkung der Verteidigungstruppen auf. Bereits vergangene Woche hatte das türkische Parlament den Anschluss an die internationale Allianz gegen den IS gebilligt. Seitdem bleibt die Türkei jedoch zurückhaltend, einen direkten Einsatz zu befehlen, obgleich Panzer des türkischen Militärs bereits in Sichtweite der umkämpften Stadt an der syrischen Grenze stehen.

          Vereinigte Staaten setzen Luftangriffe fort

          Indes haben die Vereinigten Staaten ihre Luftangriffe gegen Stellungen des IS nahe Kobane am Freitag und Samstag fortgesetzt. Bei vier Angriffen seien ein IS-Gebäude zerstört, ein Kommandozentrum beschädigt sowie eine Kampfstellung und zwei kleine Einheiten der Milizen getroffen worden. Bei zwei weiteren Angriffen hätten die Kampfpiloten drei Lastwagen zerstört, teilte das amerikanische Kommandozentrum in Tampa mit.

          Auch im Irak seien von den Vereinigten Staaten und Verbündeten Angriffe auf den IS geflogen worden. Zudem habe man das irakische Militär durch Nahrungs- und Munitionsabwürfe aus der Luft unterstützt. An den Einsätzen im Irak nahmen auch niederländische Flugzeuge teil.

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