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Kulturpreis-Affäre : Lehmann: Kein Respekt vor dem Glauben

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Lehmann: „Ich malte mir schon die Kommentare derer aus, die mich verhöhnt hätten” Bild: dpa

Der Mainzer Bischof Lehmann hat sich in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegen Behauptungen verwahrt, er habe den Ausschluss von Navid Kermani beim Hessischen Kulturpreis „auch nur insinuiert, geschweige denn erwartet oder gar angemahnt“.

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          Im Streit über die Vergabe des Hessischen Kulturpreises hat sich der Mainzer Bischof Lehmann gegen Behauptungen verwahrt, er habe den Ausschluss des Preisträgers Navid Kermani „auch nur insinuiert, geschweige denn erwartet oder gar angemahnt“. Jedoch habe er gegenüber Ministerpräsident Koch deutlich gemacht, dass er angesichts der Äußerungen Kermanis über das Kreuz, die Sensibilität und Respekt vor dem christlichen Glauben vermissen ließen, den Preis ohne weitere Klärungen nicht empfangen könne.

          „Ich musste mir vorstellen, welche Bildunterschriften zu lesen wären, wenn ich in dieser Situation und möglicherweise noch im Bischofsgewand neben Navid Kermani den Preis entgegengenommen hätte,“ so Kardinal Lehmann in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. „In der Berichterstattung wäre dann zu erfahren gewesen, dass Navid Kermani Kreuzen gegenüber prinzipiell negativ eingestellt ist und sie rundherum ablehnt. Ich malte mir schon die Kommentare derer aus, die mich deswegen verhöhnt hätten, heute aber über mich herfallen, weil ich mir dieses Szenario ersparen wollte.“

          „Wollen den Fortgang eines wahren Dialogs“

          Lehmann warnte zugleich davor, den interreligiösen Dialog zu überfordern und grundlegende Voraussetzungen zu missachten. „Wenn nicht eine grundlegende Achtung vor der Glaubensüberzeugung anderer und Respekt vor der Andersheit des Anderen bestehen, steht es schlecht um ein wirkliches Gespräch der Religionen untereinander,“ schrieb der Mainzer Kardinal. „Die bescheideneren, aber klärenden Grenzen eines jeden religiösen Dialogs müssen wir wohl noch gemeinsam besser entdecken.“

          Das solle auch in dem Konflikt um den Hessischen Kulturpreis geschehen: „Den Aufschub der Preisverleihung und den Versuch eines persönlichen Gespräches der vorgesehenen Preisträger mit Navid Kermani, zunächst ohne Öffentlichkeit, haben Kirchenpräsident Professor Dr. Peter Steinacker und ich vorgeschlagen. Wir wollen den Fortgang eines wahren Dialogs, den wir ja in der Ökumene seit Jahrzehnten praktizieren.“

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