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Kuba : Fidel Castro beigesetzt

Tausende Menschen mit Kuba-Fähnchen säumten die Straße, auf der Fidel Castros Urne auf den Santa-Ifigenia-Friedhof in Santiago de Cuba gebracht wurde. Bild: Reuters

Nach neun Tagen Staatstrauer ist die Urne Fidel Castros im engsten Kreis beigesetzt worden. Er hat sich angeblich zwar einen Personenkult verbeten, ist aber trotzdem allgegenwärtig.

          Zum Abschluss einer neuntägigen Staatstrauer ist am Sonntag in Santiago de Cuba die Urne mit den sterblichen Überresten des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro beigesetzt worden. Castro war nach offiziellen Angaben am 25. November im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Am Montag und Dienstag waren Hunderttausende Kubaner an einem Foto des „Máximo Líder“ und an einem Blumengebinde auf dem Platz der Revolution in Havanna vorbeidefiliert.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Anders als zuvor angekündigt wurde die Urne mit der Asche Castros aber nicht im Denkmal des Nationaldichters und Unabhängigkeitskämpfers José Martí für die trauernden Kubaner ausgestellt, sondern sie verblieb im Verteidigungsministerium. Anschließend wurde die mit der kubanischen Flagge bedeckte Urne mit einem Militärfahrzeug in die rund 900 Kilometer von Havanna entfernte Stadt Santiago de Cuba gefahren.

          Bei einer Trauerkundgebung in Santiago de Cuba versprach der kubanische Staats- und Parteichef Raúl Castro dem Volk, das Erbe des verstorbenen Revolutionsführers fortzuführen. Raúl Castro übernahm vor gut zehn Jahre die Regierungsgeschäfte von seinem fünf Jahre älteren Bruder Fidel, nachdem dieser sich einer schweren Darmoperation hatte unterziehen müssen. „Im Angesicht der sterbliche Überreste von Fidel, in der Heldenstadt Santiago de Cuba, schwören wir, das Vaterland und den Sozialismus zu verteidigen“, rief Raúl Castro am Samstagabend auf dem Platz der Revolution. Fidel Castro habe gezeigt, „dass es möglich ist, jedes Hindernis zu überwinden“, um den Sozialismus in Kuba aufzubauen, sagte Castro und rief zum Abschluss: „Fidel, Fidel! Vorwärts zum Sieg, immerdar!“ Daraufhin skandierte die Menge: „Raúl, unser Freund, das Volk ist mit Dir!“ Viele schwenkten die kubanische Fahne und hielten Porträts des Revolutionsführers in den Händen.

          Die Urne Castros wurde am Sonntagmorgen im engsten Kreis von Angehörigen und Verbündeten unweit des Mausoleums von José Martí auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt. Zur Beisetzung waren die engsten Verbündeten Kubas nach Santiago de Cuba gekommen. Unter ihnen waren der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, der bolivianische Staatschef Evo Morales und der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega. Auch die ehemaligen brasilianischen Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff sowie die argentinische Fußballlegende Diego Maradona erwiesen Fidel Castro die letzte Ehre.

          Nach dem Tod Fidel Castros sollen in Kuba keine Denkmäler an ihn erinnern. Sein Bruder habe angeordnet, dass weder Monumente für ihn gebaut noch Straßen oder Institutionen nach ihm benannt werden sollen, sagte Raúl Castro und begründete den Schritt damit, dass der Revolutionsführer „jeden Personenkult abgelehnt“ habe. In Wahrheit sind Fotos, Bilder und Zitate Fidel Castros auf Kuba allgegenwärtig. Zudem wurden die gut elf Millionen Kubaner dazu angehalten, sich in den im ganzen Land ausliegenden Kondolenzbüchern einzutragen und dem Revolutionsführer die ewige Gefolgschaft zu schwören.

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