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Kritischer UN-Bericht : Geis: Ein Angriff auf die katholische Kirche

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Norbert Geis (CSU) ist zugleich Mitglied im Kuratorium des Forums Deutscher Katholiken Bild: Wohlfahrt, Rainer

Der frühere CSU-Abgeordnete Norbert Geis hat die Kritik der Vereinten Nationen an der katholischen Kirche empört abgewiesen. Die Kirche sei „von den Kommunisten nie so angegriffen“ worden wie jetzt von den UN. Er sprach von einer Arroganz „bis in die Haarspitzen“.

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          Der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis hat die Kritik der Vereinten Nationen am Vatikan und der katholischen Kirche überaus scharf zurückgewiesen. Keine andere Institution in der Welt habe sich so umfassend wie der Vatikan mit der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs befasst und Abhilfe geleistet, sagte Geis, der zugleich Mitglied im Kuratorium des Forums Deutscher Katholiken ist, am Donnerstag im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“. „Ich glaube solchen Institutionen überhaupt nicht mehr.“

          Geis sagte wörtlich: „Die katholische Kirche wurde von den Kommunisten nie so angegriffen wie von der UNO.“ Er glaube, „dass dort in diesem UNO-Komitee Leute sitzen, denen es darum geht, die katholische Kirche an den Pranger zu stellen, und um nichts anderes.“

          „Arroganz bis in die Haarspitzen“

          Das UN-Kinderrechtskomitee UNCRC hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Prüfbericht den Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen als unzureichend kritisiert. Der Heilige Stuhl habe „die Reputation der Kirche und den Schutz der Täter über die Interessen der Kinder gestellt“, sagte die Vorsitzenden des Ausschusses, Kirsten Sandberg.

          Der 16 Seiten umfassende Bericht verlangt unter anderem mehr Transparenz und Nachbesserungen im Kirchenrecht. Er forderte zugleich Änderungen im Umgang der Kirche mit Homosexualität und Abtreibung. Geis sagte, wie die katholische Kirche Abtreibung oder Homosexualität bewerte, sei allein deren Sache, „und da hat sich die UNO überhaupt nicht einzumischen“. Und weiter: „Was sind das nur für Menschen. Was glauben die überhaupt, wer sie sind. Arroganz bis oben hinaus, bis in die Haarspitzen hinein.“ Zuvor hatte sich der Vatikan einen solchen Eingriff in die katholische Lehre verbeten.

          Auch Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), äußerte sich skeptisch über die Kritik des UN-Kinderrechtsausschusses. „In Deutschland und in einer Reihe anderer Länder hat die katholische Kirche ganz klar Konsequenzen gezogen aus dem Fehlverhalten der Vergangenheit“, sagte Glück im „Deutschlandfunk“. Allein Papst Benedikt habe in zwei Jahren knapp an die 400 Priester aus dem Amt entlassen wegen solcher Vorkommnisse.

          Die Opfergruppe „Eckiger Tisch“ bewertete die Kritik der UN am Verhalten des Vatikans hinsichtlich der Aufklärung sexuellen Missbrauchs dagegen positiv. „Auch wir fordern den Vatikan und die Kirche in Deutschland auf, endlich einen unabhängigen Zugang zu den Akten und Archiven zu gewähren“, sagte Matthias Katsch am Donnerstag in Berlin. Die Opfer hätten ein Recht auf Transparenz und Aufklärung, sagte der Sprecher der Betroffenen an jesuitischen Schulen wie dem Berliner Canisius-Kolleg und dem Bonner Aloisiuskolleg.

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