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Kirchenversammlung im Vatikan : Eine Synode und die Gefahr des Schismas

Inkulturation: Angehörige der indigenen Bevölkerung Amazoniens feiern am Sonntag eine Messe mit dem Papst. Bild: AP

Die Amazonien-Synode im Vatikan wird überschattet von einem Streit zwischen Konservativen und Liberalen, denn die Geistlichen und Laien sollen auch über ein Ende des Zölibats und die Stärkung von Frauen in der Kirche beraten. Papstgegner sprechen von Häresie.

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          Da knieten sie nun. Aus ganz Italien waren sie am Samstag nach Rom gereist, um ihre Kirche vor dem „Sturz in den Abgrund“ zu bewahren. Vielleicht 500 Menschen jeden Alters waren es, die zum öffentlichen Gebet auf dem Kopfsteinpflaster der Via della Conciliazione auf die Knie fielen, den Blick bald zum Himmel, bald zum Petersplatz gerichtet.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Grund für den Protest war die Amazonien-Synode, die am Sonntag mit einer Papstmesse im Petersdom begonnen hat. Wenn das Treffen von 185 Bischöfen und Ordensoberen sowie von weiteren rund hundert Teilnehmern – unter ihnen 39 Frauen – in drei Wochen zu Ende geht, wird es ein Abschlusspapier geben. Eine Synode kann keine bindenden Beschlüsse fassen, sie ist kein Beirat und schon gar kein Parlament. Sie legt dem Papst nur Thesen vor, die dieser dann in ein sogenanntes nachsynodales Apostolisches Schreiben gießen kann. Der Papst entscheidet auch, ob und in welcher Form – ganz oder auszugsweise – das Thesenpapier veröffentlicht wird.

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