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Kritik an Aussagen zu Sarrazin : „Gauck muss sich nicht entschuldigen“

  • Aktualisiert am

Joachim Gauck Bild: dpa

Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck steht derzeit heftig in der Kritik. Grund sind seine Äußerungen zu Sarrazin und der Occupy-Bewegung. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erhält Gauck nun Rückendeckung.

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          Der Sprecher von Joachim Gauck sowie Politiker verschiedener Parteien haben den Kandidaten für das Präsidentenamt vor Kritik in Schutz genommen. „Gauck muss sich für nichts entschuldigen“, sagte sein Sprecher Andreas Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) mit Blick auf die Kritik wegen Äußerungen Gaucks zu Sarrazin und zur Occupy-Bewegung. Gauck sei kein Sarrazin-Fan. Da seien Verkürzungen verbreitet worden. Den Vorwurf der „sozialen Kälte“ nannte Schulze „parteipolitisch motiviert“. Die Äußerungen Gaucks seien keine Abwertung des Protests.

          Auch die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) verteidigte Gauck: „Wenn wir jemanden wollen, der nicht aus der aktiven Politik kommt, können wir ihm nicht vorwerfen, dass er nicht wie ein Politiker redet“, sagte Deligöz der F.A.S. Gauck sei kein Verteidiger von Sarrazin. Mit dem „Zentrum gegen Vergessen“ arbeitet er gerade gegen einen biologistischen Ansatz. Deligöz kritisierte die Abgeordneten ihrer Fraktion Christian Ströbele und Memet Klic, die angekündigt hatten, Gauck nicht wählen zu wollen. „Ich bin sehr erstaunt über manche grünen Stimmen, die wegen einzelner politischer Äußerungen meinen, Gauck überhaupt nicht wählen zu können“, sagte sie. „Ich schätze ihn sehr und werde ihm ganz sicher meine Stimme geben“, sagte die in der Türkei geborene Abgeordnete der F.A.S.

          Der sächsische FDP-Vorsitzende Holger Zastrow, der schon 2010 gegen seine Partei für Gauck gestimmt hatte bezeichnete den Maßstab, mit dem Gauck jetzt gemessen werde, als „nicht real“. „Ich will keinen politisch korrekten Bundespräsidenten. Die Politik braucht dringend jemanden, der uns auf die Füße tritt“, sagte Zastrow der F.A.S.

          Neuer Amtsleiter im Bundespräsidialamt soll nach der Wahl von Joachim Gauck dessen Vertrauter David Gill werden. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aus Gaucks Umgebung. Gill ist Oberkirchenrat im Dienst der evangelischen Kirche und Mitglied der SPD. Er war bis 1992 der erste Sprecher der Gauck-Behörde. Gauck hatte im vergangenen Jahr versucht, Gill als Nachfolger der Leiterin der Stasi-Unterlagenbehörde Marianne Birthler durchzusetzen. Auch die SPD unterstützte damals Gill. Der Vorstoß scheiterte jedoch am Widerstand der CDU, die Roland Jahn als Behördenleiter durchsetzte.

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