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Krise in der Ukraine : Merkel stärkt Opposition in Kiew mit Treffen in Berlin

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„Wir sollten die Rolle Deutschlands nicht zu gering schätzen“: Klitschko und Jazenjuk bei der Kanzlerin Bild: dpa

Kanzlerin Merkel hat die ukrainischen Politiker Vitali Klitschko und Arseni Jazenjuk empfangen und der Opposition in Kiew damit den Rücken gestärkt. Klitschko wünscht sich von Merkel ein starkes Engagement in der Ukraine.

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          Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko hat sich bei seinem Berlin-Besuch für eine starke Rolle Deutschlands bei der Krisenbewältigung in der Ukraine ausgesprochen. „Wir sollten die Rolle Deutschlands nicht zu gering schätzen, insbesondere auch nicht die Rolle der Bundeskanzlerin, die eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten in der Welt ist“, sagte Klitschko am Montag nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sanktionen wie Kontosperrungen oder ein EU-Einreiseverbot für Regierungsmitglieder nannte er einen möglichen Weg, um bei der Lösung der Krise voranzukommen.

          Merkel versicherte nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert in dem Gespräch, dass Deutschland und die EU alles für einen positiven Ausgang der Krise tun würden. Die Einigung auf eine Amnestie für Demonstranten sei nach ihrer Überzeugung ein positiver Schritt. Nun dürfe man allerdings nicht stehen bleiben. Jetzt gehe es darum, Fortschritte bei der Regierungsbildung und der Verfassungsreform energisch voranzutreiben.

          Der frühere Box-Weltmeister Klitschko besuchte Berlin zusammen mit dem ukrainischen Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk. Neben Merkel trafen die Oppositionsführer auch mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zusammen. Jazenjuk sagte, die Ukraine befinde sich in der dramatischsten Phase ihrer Geschichte. „Wir werden kämpfen bis zum Sieg.“

          Zu möglichen Sanktionen äußerte er sich ähnlich wie Klitschko: „Alle Optionen sind auf dem Tisch.“ Vor den Gesprächen in Berlin hatte Klitschko in der „Bild“-Zeitung deutlichere Worte gefunden: „Wir fordern seit Monaten Kontosperrungen und EU-Einreiseverbote für Mitglieder der Regierung - da wollen wir jetzt ein klares Signal!“

          Bundespräsident Joachim Gauck empfing am Montag unterdessen den Ukraine-Beauftragten des EU-Parlaments, Aleksander Kwasniewski. Gauck erkundigte sich dabei nach Angaben von Teilnehmern nach den Erfolgsaussichten eines Runden Tisches zur Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

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