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Krieg gegen Terror : Washingtons weitere Ziele

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Auf der Suche nach einem neuen Gegner im Krieg gegen den Terrorismus scheint der Irak für Washington immer weiter in den Hintergrund zu rücken.

          2 Min.

          Saddam Hussein kann sich wieder einmal als Überlebenskünstler beweisen. Auf der Suche nach einem neuen Gegner im Krieg gegen den Terrorismus scheint der Irak für Washington immer weiter in den Hintergrund zu rücken.

          Stattdessen zeichnet sich zunehmend deutlicher ab, dass der Kampf auf kleinerer Flamme vor allem in Afrika und Asien fortgesetzt werden soll.

          Somalia, Sudan, Jemen

          Die gute Nachricht für Saddam Hussein deutete ausgerechnet einer der stärksten Befürworter für einen Sturz des irakischen Diktators in der Regierung von Präsident George W. Bush an: Pentagon-Vize Paul Wolfowitz.

          Er erläuterte die künftige Strategie und nannte dabei als eines der Hauptziele der Vereinigten Staaten, den Terrorgruppen das Leben in den für sie bisher sicheren Ländern schwer zu machen. Zu diesen Staaten zählte Wolfowitz Somalia, den Sudan, den Jemen, Indonesien und die Philippinen - nicht den Irak.

          Sorge um Koalition

          Einer der Hauptgründe dafür, dass Bush, wie schon sein Vater, den irakischen Diktator zumindest vorerst verschont, ist die Sorge um den Erhalt seiner Koalition im Krieg gegen die „Übeltäter“. Das Weiße Haus befürchtet, dass vor allem die arabischen Verbündeten, aber auch einige Europäer, einen Krieg im Irak nicht ohne weiteres mittragen würden.

          Zudem gilt die irakische Opposition als noch schwächer als einst die afghanischen Oppositionstruppen. Deshalb werden die USA wohl eher versuchen, Saddam Hussein mit wirkungsvolleren Sanktionen unter Kontrolle zu halten.

          So konzentriert sich Washington nun auf Länder, in denen die herrschende Gesetzlosigkeit oder die Schwäche der Regierung den Terrorgruppen ein geeignetes Umfeld bietet. An erster Stelle wird dabei stets das von Bürgerkriegsunruhen erschütterte Somalia genannt. Zwar sei eine Entscheidung über eine etwaige Militäraktion noch nicht gefallen, sagte Außenminister Colin Powell, doch er machte zugleich klar, dass dies bald geschehen könnte.

          Somalia im Zentrum

          Zur Zeit werde analysiert, wo es Al Qaida-Zellen gebe und welche Staaten ihnen Zuflucht gewährten, „und ein Land, das einem sofort dabei einfällt ... ist insbesondere Somalia“, erklärte Powell.

          Aus dem Außenministerium verlautete, dass der Geheimdienst CIA in Somalia bereits ähnlich wie in Afghanistan nach „Stellvertretertruppen“ Ausschau hält, die für die Amerikaner die gefährliche Arbeit am Boden erledigen. Ganz nach dem Vorbild Afghanistans könnten die USA dann wieder Terroristenlager aus der Luft bombardieren und den örtlichen Kriegsherren den Rest überlassen. Zu diesem Zweck werden nach amerikanischen Presseberichten Aufklärungsflüge über Somalia intensiviert.

          Auch der Jemen und der Sudan, der dem noch immer nicht gefassten Terroristenführer Usama bin Ladin Anfang der 90er Jahre Zuflucht gewährt hatte, stehen auf der Liste ganz oben. Allerdings zeigte sich die einst US-feindliche Regierung im Sudan in letzter Zeit äußerst gefällig. So nahmen die Sudanesen zwei Dutzend Al Quaida-Mitglieder fest und übergaben den Amerikanern ihre Geheimdiensterkenntnisse über Bin Ladins Netzwerk.

          Zufluchstort Indonesien

          Beobachter in den USA erwarten, dass die nächste Phase des Kampfes gegen den Terrorismus weniger lautstark abläuft. Zwar werde es gelegentliche Bombardierungen geben, doch vieles werde im Verborgenen ablaufen. In vielen Fällen werden die USA lediglich die örtliche Regierung in ihrem Kampf gegen den Terror unterstützen. So entsendet Washington mehrere hundert Anti-Terror-Experten auf die Südphilippinen. Sie sollen die Armee für den Kampf gegen die Abu Sayyaf-Rebellen ausbilden, denen enge Verbindung zu Bin Ladins Al Qaida-Netzwerk nachgesagt wird.

          Auch in Indonesien, dem größten moslemischen Land, schloss Wolfowitz direkte Militärschläge praktisch aus. Doch die Lage dort beunruhigt Washington stark. Die „Los Angeles Times“ zitierte einen hohen Regierungsbeamten mit den Worten: „Indonesien ist ein möglicher Zufluchtsort für Al Qaida-Anhänger, und die Haltung oder Fähigkeit der Regierung im Umgang damit, ist unklar.“

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