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Krieg gegen Terror : Deutsche Marine übernimmt Kommando am Horn von Afrika

  • Aktualisiert am

Volle Kraft voraus: Die Deutschen führen die Operation „Enduring Freedom” an Bild: dpa

Die deutsche Marine wird im internationalen Anti-Terror-Einsatz am Horn von Afrika das Flotten-Kommando übernehmen.

          Die deutsche Marine wird im internationalen Anti-Terror-Einsatz am Horn von Afrika das Flotten-Kommando übernehmen. Das habe Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) nach seinen Gesprächen in den Vereinigten Staaten entschieden, teilte das Ministerium am Dienstag in Berlin mit.

          Die Marine werde den Oberbefehl vom nächst möglichen Zeitpunkt an - vermutlich Anfang Mai - bis zum 30. Oktober übernehmen. Eine abschließende Abstimmung mit den beteiligten Nationen sei für nächste Woche geplant. Zu den Kosten wurde nichts gesagt. In den USA habe Scharping außerordentliche Wertschätzung für das Engagement der Bundeswehr im Kampf gegen den internationalen Terrorismus erfahren, hieß es.

          Deutsche Führung von USA gewünscht

          US-Militärs hatten vor Scharpings Reise nach Washington in der vergangenen Woche den Wunsch nach einer deutschen Führungsrolle der Marine im Anti-Terror-Kampf am Horn von Afrika geäußert. Nach einem Treffen mit dem amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte Scharping mitgeteilt, ein Beschluss werde fallen, wenn die „Umstände und Voraussetzungen“ für ein solches Kommando geklärt seien.

          Der Oberbefehl über die Operation „Enduring Freedom“ sei weder mit zusätzlichen Personal- noch mit weiteren Materialforderungen verbunden. Der Kommandeur des deutschen Marine-Kontingentes, Flottillenadmiral Gottfried Hoch, werde den Oberbefehl von seinem amerikanischen Kollegen Commodore Captain Frothingham übernehmen.

          Die fünf deutschen Schnellboote und ihr Tender mit insgesamt 300 Soldaten Besatzung sollen den Angaben zufolge bis Mitte Mai das Einsatzgebiet am Horn von Afrika verlassen und nach Rostock/Warnemünde zurückkehren, weil in Zukunft vor allem die Fregatten gebraucht werden. Der Auftrag der verbleibenden Einheiten bleibe unverändert, erklärte das Ministerium. Im weiteren Verlauf werde der deutsche Marine-Verband von drei auf zwei Fregatten verkleinert.

          Marinesoldaten sind stolz

          Die Marinesoldaten am Horn von Afrika haben die Entscheidung über die Übernahme des Flotten-Kommandos mit „einen gewissen Stolz“ aufgenommen. „So etwas bekommt man nicht angeboten, weil man schlechte Arbeit gemacht hat“, sagte Kapitänleutnant Franz Bründel am Dienstag in Dschibuti. Die USA seien sicherlich sehr zufrieden mit dem, „was wir hier bis jetzt am Horn von Afrika gemacht haben“. Allerdings seien nicht alle Marinesoldaten „furchtbar froh“, sagte Bründel. „Der eine oder andere macht sich schon Gedanken darüber, dass der Einsatz dann vielleicht doch länger als gedacht dauert.“

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