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Krieg gegen Terror : Deutsche Führung am Horn von Afrika?

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Bild: FAZ.NET

Die Deutsche Marine soll auf Wunsch des US-Militärs die Führung eines internationalen Flottenverbands am Horn von Afrika übernehmen.

          Die Deutsche Marine steht vor einer neuen Herausforderung. Auf Wunsch des US-Militärs soll sie die Führung eines internationalen Flottenverbands am Horn von Afrika übernehmen, bestätigte das Verteidigungsministerium am Samstag in Berlin. Einzelheiten wolle Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) in der kommenden Woche in Washington mit seinem US-Kollegen Donald Rumsfeld bereden.

          Der „Spiegel“ hatte zuvor über den amerikanischen Wunsch sowie über deutsche Bedingungen für einen solchen Schritt berichtet. So dürfe es keine „Eskalation“ des seit Januar laufenden Einsatzes geben, der bisher auf Aufklärung und Durchsuchung von Schiffen beschränkt ist. Außerdem müsse die Marine ihr kostspieliges Engagement wie geplant ab Juni verringern dürfen. Die Marine möchte den Angaben zufolge die fünf Schnellboote und mindestens eine der drei Fregatten abziehen.

          Marine sehr interessiert

          Eine Rückverlegung der Schnellboote werde im Zusammenhang mit dem Folgekontingent geklärt, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Kontingentwechsel ist für Ende Mai/Anfang Juni vorgesehen. Derzeit ist die Marine am Horn von Afrika mit drei Fregatten, fünf Schnellbooten, zwei Tendern, einem Tanker und einem Versorger präsent. Am Mittwoch verlässt ein weiterer Versorger seinen deutschen Hafen, um den im Rahmen der Operation „Enduring Freedom“ eingesetzten Flottenverband mit seinen 1.400 Mann logistisch und sanitätsdienstlich zu unterstützen. In Deutschland halten sich weitere fünf Minenabwehreinheiten und ein Tender in 72 Sunden-Auslaufbereitschaft.

          Die Fregatte „Bayern” am Horn vn Afrika

          Die Marine ist dem Bericht zufolge aus Prestigegründen an der Aufgabe sehr interessiert und hoffe, so zusätzliches Geld für diesen Einsatz und die Sanierung maroder Schiffe zu erhalten. Der deutsche „Task Force Commander“ könnte Admiral Gottfried Hoch werden, der auch für die Kriegsschiffe europäischer Verbündeter zuständig sein soll. US-Einheiten würden ihm aber nicht unterstellt.

          Schüsse auf die „Emden“?

          Unterdessen wurde bekannt, dass möglicherweise auf die Bundeswehr-Fregatte „Emden“, die vor dem Horn von Afrika kreuzt, vor zweieinhalb Wochen Schüsse abgefeuert wurden. Der Sprecher des Glücksburger Flottenkommandos, Fregattenkapitän Gerhard Deisenroth, sieht in den Schüssen, die folgenlos blieben, nichts Außergewöhnliches: „In dieser Gegend schießen die Leute bei jeder Kleinigkeit mit ihren Kalaschnikows einfach in die Luft.“

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