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Krankenkassen : Milliardenloch bei den Krankenkassen größer als erwartet

  • Aktualisiert am

Trotz eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen zeigt sich Bundesgesundheitsministerin Schmidt optimistisch.

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          Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet für das Jahr 2001 ein mit 2,8 Milliarden Euro weitaus größeres Finanzloch ab als erwartet. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begründete das Milliardendefizit am Donnerstag mit den zum Vorjahr erneut gestiegenen Ausgaben insbesondere im Arzneimittelsektor.

          Schmidt geht aber davon aus, dass die gesetzliche Krankenversicherung in diesem Jahr stabile Beiträge und schwarze Zahlen aufweisen wird. Im Jahr 2001 standen insgesamt Einnahmen in Höhe von 135 Milliarden Euro Ausgaben von 138 Milliarden Euro gegenüber. Alleine im Arzneimittelsektor stiegen die Kosten um 11,2 Prozent. Grund seien die hohen Kosten für die Entwicklung neuer Arzneimittel, die häufig jedoch einen geringen therapeutischen Zusatznutzen hätten, so Schmidt.

          Beiträge sollen stabil bleiben

          Schmidt geht davon aus, dass sich die Beitragssätze auf „etwas unter 14 Prozent“ einpendeln werden. Die eingeleitete Neuregelung des Finanzausgleichs zwischen den Kassen und das neue Abrechnungssystem im Krankenhaus würden zur Kostensenkung beitragen. Ebenso das seit Februar geltende Arznei-Sparpaket, wonach Apotheker zu den vom Arzt verordneten Medikamenten stets ein preisgünstiges Präparat mit gleichem Wirkstoff anbieten müssen.

          Solidarität nicht in Frage stellen

          Die Ministerin forderte die Krankenkassen auf, weitere Einsparpotenziale beispielsweise bei den stark gestiegenen Fahrtkosten zu nutzen. Schmidt ließ keinen Zweifel daran, dass im Zuge des Finanzausgleichs zwischen den Kassen auch weiterhin ein Transfer in die ostdeutschen Länder notwendig sein wird. Im Jahr 2001 waren es rund zwei Milliarden Euro.

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