https://www.faz.net/-gpf-9hqp0

Beziehungen auf dem Tiefpunkt : Kosovo-Parlament billigt Team für Verhandlungen mit Belgrad

  • Aktualisiert am

Der Sprecher des kosovarischen Parlaments, Kadri Veseli, umgeben von seinen Stellvertretern am Freitag in Prishtina Bild: EPA

Nach der Ausrufung einer regulären kosovarischen Armee herrscht Eiszeit zwischen Prishtina und Belgrad. Das Parlament der ehemaligen serbischen Provinz will nun auf Dialog setzen.

          Ungeachtet der Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo hat sich das Parlament in der Kosovo-Hauptstadt Pristina für die Wiederaufnahme des Dialogs mit Belgrad ausgesprochen. In einer Entschließung billigte die Volksvertretung am Samstagabend die Einsetzung eines Teams für Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen mit Serbien, berichtete der Fernsehsender RTK. Die zwölfköpfige Verhandlungsdelegation umfasst Vertreter der Regierungsparteien, der Opposition und der Zivilgesellschaft.

          Im Prinzip verhandeln die Präsidenten Kosovos, Hashim Thaci, und Serbiens, Aleksandar Vucic, unter EU-Vermittlung über die Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Infolge der jüngsten Spannungen liegt dieser Dialog jedoch derzeit auf Eis. Zuletzt hatte  Kosovo 100-Prozent-Zölle auf Waren aus Serbien eingeführte. Am Freitag beschloss das Parlament in Prishtina den Umbau der Sicherheitskräfte in eine reguläre Armee. Belgrad protestierte vehement dagegen.

          Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich von Serbien abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt. Serbien erkennt die Eigenstaatlichkeit seiner ehemaligen Südprovinz bis heute nicht an.

          Am Dialog auf Präsidentenebene kam im Kosovo massive Kritik auf, seitdem dabei auch die Idee eines Abtausches von Gebieten entlang ethnischer Linien diskutiert wird. Die Entschließung des Kosovo-Parlaments vom Samstag betont unter anderen die territoriale Integrität Kosovos und die Unverletzlichkeit seiner Grenzen. In Belgrad stieß der Schritt auf Ablehnung. „Alles deutet darauf hin, dass Prishtina keine Lösung will“, erklärte der Chef der Kosovo-Kanzlei der serbischen Regierung, Marko Djuric.

          Weitere Themen

          Der unfreiwillige Zeuge

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.

          Topmeldungen

          Sonderermittler Robert Mueller spricht im Justizministerium in Washington zur Russland-Affäre von Präsident Donald Trump.

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.
           Unsere Sprinter-Autorin: Julia Anton

          F.A.Z.-Sprinter : Eine Olive wird Premierminister

          Boris Johnson wird zum Nachfolger von Theresa May ernannt, Sonderermittler Robert Mueller muss sich im amerikanischen Kongress erklären und Trump findet nur eines davon interessant. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.