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Korruptionsprozess in Südkorea : Ungute Erinnerungen

Moon Jae-in, Präsident von Südkorea Bild: dpa

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in gibt sich gerne als Kämpfer gegen die Korruption. Während der Prozess gegen seine Vorgängerin neu aufgerollt wird, nimmt nun auch sein Ruf Schaden.

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          Der Korruptionsprozess gegen die frühere Präsidentin Südkoreas, Park Geun-hye, die 2017 abgesetzt worden war, wird neu aufgerollt. Das hat am Donnerstag das Oberste Gericht des Landes in Seoul entschieden. Für den linksliberalen Präsidenten Moon Jae-in eigentlich eine gute Nachricht, da ein abermaliger Prozess vor der Parlamentswahl im kommenden April die Erfolgsaussichten seiner Demokratischen Partei erhöhen könnte. Das aber ist nicht gewiss, deutet sich in der Regierung doch ein möglicher Korruptionsskandal an, der das Image des Saubermanns Moons beschädigen könnte.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das Oberste Gericht des Landes verwies den Prozess gegen Park an eine untere Instanz zurück. Grund dafür waren nicht Zweifel an der Schuld Parks, sondern ein Verfahrensmangel. Die Vorwürfe der Bestechlichkeit hätten getrennt von den Vorwürfen des Machtmissbrauchs verhandelt werden müssen, erklärten die Richter, weil Park als Präsidentin ein öffentliches Amt innehatte. Die 67 Jahre alte Park verbüßt eine Freiheitstrafe von 25 Jahren. Mit der Neuauflage des Verfahrens könnte die Haftstrafe noch steigen. Weitere sieben Jahre Gefängnisstrafe hatte Park in anderen Verfahren wegen Missbrauchs von Geldern des Geheimdienstes und wegen Verstößen gegen das Wahlgesetz erhalten.

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