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Korruptionsprozess : Glaeseker mit Erinnerungslücken

  • Aktualisiert am

Olaf Glaeseker am Mittwoch im Landgericht in Hannover. Bild: dpa

Christian Wulffs einstiger Sprecher Olaf Glaeseker hat sich im Korruptionsprozess gegen seinen früheren Chef als Zeuge mit großen Gedächtnislücken präsentiert. Eine andere Zeugin dagegen brachte heikle Details ans Licht.

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          Der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, hat mit seiner Zeugenaussage nur wenig Licht in den Korruptionsprozess um seinen einstigen Chef gebracht. Weder die Umstände des Oktoberfestbesuchs von Wulff im Jahr 2008 noch Details rund um das Filmprojekt John Rabe des mitangeklagten David Groenewold seien ihm noch in Gedächtnis. „Daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte Glaeseker an diesem Mittwoch mehrfach auf Fragen der Staatsanwaltschaft im Landgericht Hannover.

          Laut Anklageschrift soll sich Wulff von Groenewold Teilkosten für Hotel und Essen rund um einen Oktoberfestbesuch im Jahr 2008 bezahlt haben lassen. Im Gegenzug soll er für dessen Filmprojekt bei der Siemens-Spitze geworben haben.

          Glaeseker selbst hatte die umstrittene München-Reise mit seinem Chef damals wegen Krankheit kurzfristig abgesagt. „Das hätte ich dienstlich abgerechnet“, sagte der ehemalige Regierungssprecher. „Bundespresseball, Bambi, Oktoberfest - das gehört für mich alles zum Kerngeschäft.“ Er selbst könne sich nicht entsinnen, nachträglich mit Wulff über den Wiesn-Besuch gesprochen zu haben. Als das Thema im Januar 2012 in den Medien bekannt und damit für Wulff zum Problem wurde, hatte der Politiker seinen Sprecher schon entlassen.

          „Sie sind freundschaftliche miteinander verbunden“

          Glaeseker bestätigte vor Gericht das enge Verhältnis zwischen Wulff und Groenewold. „Sie sind freundschaftlich miteinander verbunden.“ Die beiden Männer hätten privat viel Zeit miteinander verbracht. Wulff und Groenewold bestreiten die Korruptionsvorwürfe und erklären die Wiesn-Einladung mit ihrer persönlichen Freundschaft.

          Zu beiden Angeklagten sei Glaeseker nach eigener Aussage selbst freundschaftlich verbunden gewesen. „Das war ein weit über das Dienstverhältnis hinausgehendes Verhältnis“, beschrieb er seine Beziehung zu Wulff. Glaeseker bezeichnete Groenewold als „kreativen Genialiker“ und „lieben Menschen mit großem Herzen, der auch zu großer Freundschaft fähig ist.“ Der Filmfinancier sei allgemein sehr großzügig. „Es gab einen Wettlauf, wer zuerst an der Kasse ist“, berichtete Glaeseker von gemeinsamen Abendessen.

          Am 10. Februar wird Wulff seinerseits als Zeuge im Prozess gegen Glaeseker aussagen müssen. Glaeseker ist gemeinsam mit dem Eventmanager Manfred Schmidt wegen Bestechung und Bestechlichkeit angeklagt, weil Glaeseker laut Staatsanwaltschaft für Veranstaltungen Schmidts Sponsoren einwarb, der ihm im Gegenzug kostenlose Urlaube spendierte.

          Groenewolds Assistentin widerspricht Verteidigung

          Vor Glaeseker hatte am Mittwochvormittag die frühere Assistentin Groenewolds ausgesagt. Die Frau sagte, ihr Chef habe Christian Wulff um Hilfe bei der Vermarktung eines Films gebeten. Sie widersprach damit der Darstellung der Verteidigung. Wirtschaftliche Probleme seiner Firma hätten Groenewold 2008 zu diesem Schritt veranlasst, sagte die 63 Jahre alte Zeugin.

          „Der Brief war überlebenswichtig“, hob die Zeugin hervor. Groenewold habe sie persönlich damit beauftragt. „Es war eine wichtige Sache, er hätte mir den Kopf abgerissen, wenn ich es nicht gemacht hätte.“ Die Verteidigung hatte erklärt, der Bittbrief sei zwar geschrieben, aber nie an Wulff versandt worden.

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