https://www.faz.net/aktuell/politik/kopflose-spd-ruecktritt-von-thomas-kutschaty-in-nrw-18770793.html

Nordrhein-Westfalen : Kopflose SPD

Abgang: Thomas Kutschaty am 23. März 2023 in Düsseldorf Bild: dpa

Seit mehr als fünf Jahren taumeln die Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr von einem Unglück ins nächste. Ein Ende ist nicht absehbar.

          1 Min.

          Zwischen Wunsch und Wirklichkeit lagen für die nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten gut 900.000 Stimmen: So groß war die Differenz zwischen der Zahl der Zweitstimmen, die bei der Bundestagswahl im September 2021 und der Landtagswahl im Mai 2022 für die SPD abgegeben wurden.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Doch trotz des historisch schlechten Abschneidens sah Spitzenkandidat Thomas Kutschaty keinen Grund, seine mühsam erkämpften Ämter als Landes- und Fraktionsvorsitzender aufzugeben – und dies nicht allein aus dem Kalkül heraus, dass ein neuerlicher Führungswechsel die seit der Abwahl von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Jahr 2017 orientierungslose Partei vollends ins Chaos stürzen könnte.

          Es gab auch niemanden, der dem vormaligen Justizminister die Führung von Partei und Fraktion hätte streitig machen können.

          Zum Verhängnis geworden

          An der mittlerweile endemischen personellen Misere des einst mächtigsten Landesverbandes der SPD hat sich nichts geändert. Dieser Umstand ist nun auch Kutschaty selbst zum Verhängnis geworden. Wo keine Macht mehr ist, gibt es auch keine Klammer mehr, die Zusammenhalt erzwingt, wo das Zusammengehörigkeitsgefühl verschwunden ist.

          Vor der NRW-SPD hat dies die ebenfalls einst übermächtige CDU im benachbarten Rheinland-Pfalz erfahren.

          Nach mehr als dreißig Jahren in der Opposition ist sie noch immer auf der Suche nach sich selbst.

          Weitere Themen

          CIA-Chef reiste heimlich nach China

          In diplomatischer Krise : CIA-Chef reiste heimlich nach China

          William Burns soll in Peking Mitarbeiter des chinesischen Geheimdienstes getroffen haben. Seine Reise wird als Wiederannäherungsversuch gewertet – angesichts des Streits um Taiwan und des angeblichen Spionageballons.

          Topmeldungen

          Kritik am Westen: Die Außenminister der BRICS-Staaten in Kapstadt

          Treffen der BRICS-Staaten : Kampfansage an Europa und die USA

          Die sogenannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika kritisieren Europa und die USA. Selbstbewusst formulieren sie ihren Anspruch auf eine „globale Führungsrolle“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.