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Kongo : Schießereien in Kinshasa - Flughafen besetzt

  • Aktualisiert am

Brisante Lage vor dem Präsidentenpalast in Kinshasa Bild: AFP

Nach der Verkündung des Ergebnisses der Präsidentenwahl ist es in Kinshasa zu heftigen Kämpfen gekommen. Die EU-Truppe mußte europäische Diplomaten in Sicherheit bringen.

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          Nach heftigen Kämpfen in Kinshasa ist der Flughafen der kongolesischen Hauptstadt besetzt worden. Bei den Besatzern handele es sich um Regierungssoldaten, berichtete der südafrikanische Rundfunk am Dienstag. In der Stadt seien am Morgen abermals Detonationen zu hören gewesen. Zuvor sei noch der südafrikanische Botschafter in seine Heimat ausgeflogen worden, nachdem Soldaten der EU-Truppe ihn und 13 weitere Botschafter in Sicherheit gebracht hatten.

          Die Kämpfe hatten Montag abend begonnen. Nur wenige Stunden zuvor waren die Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 30. Juli veröffentlicht worden, bei der kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte.

          Am späten Montag abend hatten etwa 150 spanische Soldaten mit einem Dutzend gepanzerter Fahrzeuge der EU-Truppe Eufor im Stadtteil Gombe Stellung bezogen. Zuvor hatte die Präsidentengarde Joseph Kabilas die Residenz von Vizepräsident Jean-Pierre Bemba in Gombe beschossen, der zu jenem Zeitpunkt europäische Diplomaten zu Gast hatte, Unter ihnen waren der Leiter der UN-Mission in Kongo, Swing, der deutsche Botschafter Buchholz sowie Botschafter der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Südafrikas. Sie waren zunächst in den Keller geflüchtet, um auf Hilfe zu warten.

          Schießerei in Konshasa: UN-Soldat in Stellung:

          Botschafter in Bedrängnis

          Angesichts der schweren Kämpfe hatte die UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (Monuc) nach Eufor-Angaben die Unterstützung von EU-Soldaten angefordert. Ein Konvoi von UN-Panzern rettete die Diplomaten schließlich aus Bembas Anwesen am Ufer des Kongo-Flusses und brachte sie in das Monuc-Hauptquartier.

          Die Botschafter der Mitgliedstaaten des Internationalen Komitees zur Begleitung des politischen Übergangs im Kongo (CIAT) waren nach Angaben der Monuc mit Bemba zu einem „Arbeitstreffen“ verabredet, als das Gefecht ausbrach. Ein Diplomat berichtete, die Residenz habe eine gute halbe Stunde lang unter schwerem Beschuß gestanden, „wahrscheinlich von Flakgeschützen, Raketenwerfern und schweren Maschinengewehren“. Bembas privater Helikopter sei zerstört worden. Bemba selbst wurde nicht von den Blauhelmen weggebracht, sagte ein Sprecher der Monuc.

          Raketenwerfer und Panzerkanonen

          Angehörige der Präsidentengarde Kabilas seien für den Angriff verantwortlich, sagte ein westlicher Armeeoffizier. Dagegen gab der kongolesische Informationsminister Henri Mova Sakanyi Bembas Anhängern die Schuld. „Alles hat mit der Verschleppung zweier Mitglieder der Republikanischen Garde auf das Gelände der Privatresidenz von Bemba angefangen“, sagte er.

          Schon am Sonntag waren bei einer Schießerei zwischen Präsidentengarde und Bembas Männern mindestens fünf Menschen getötet worden. Amtsinhaber Kabila hat mit 47 Prozent die zu einem Sieg in der ersten Runde erforderliche absolute Mehrheit knapp verfehlt. Bemba war nach Angaben der unabhängigen Wahlkommission auf 20 Prozent gekommen. Eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten ist laut Wahlkommission für den 29. Oktober vorgesehen.

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