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Kongo : Erster Schritt des Friedensplans in Kraft getreten

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Darf er bald die Waffe ablegen? Kindersoldat im Kongo Bild: dpa

Der Teilrückzug erster Truppen von der Frontlinie im Kongo hat begonnen. Bis zur Mitte des Monats soll ein 15 Kilometer breiter Korridor entstehen.

          Im Kongo ist der erste Schritt des Friedensplans in Kraft getreten, den der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im vergangenen Monat verabschiedet hat. Wie ein UN-Sprecher sagte, habe der vereinbarte Teilrückzug der in den Konflikt verwickelten Truppen plangemäß begonnen. Die Kriegsparteien hatten sich verpflichtet, bis zur Mitte des Monats mit dem Rückzug ihrer Soldaten um 15 Kilometer von den derzeitigen Kampflinien zu beginnen.

          Die UN-Sprecher Simon Keraffi dem Rundfunksender BBC am Freitag sagte, hätten in erster Linie die Länder Uganda und Ruanda, die die kongolesischen Rebellen im Norden und Osten des Landes unterstützen, den Abzug ihrer Armee-Einheiten fortgesetzt. Auch die kongolesische Armee habe mit dem Rückzug ihrer Truppen begonnen.

          Simbabwes Soldaten warten noch auf Anweisungen

          Unklar sei, ob die Armeen Simbabwes, Angolas und Namibias, die in dem zweieinhalbjährigen Krieg auf Seiten der Regierung in Kinshasa kämpfen, schon entsprechend des Abkommens reagiert haben. „Wie es aussieht, warten die simbabwischen Truppen in ihren Stellungen noch immer auf entsprechende Anweisungen“, erklärte Keraffi.

          Der Friedensplan, der auf zwei Waffenstillstandsabkommen vom vergangenen Jahr basiert, sieht nach dem Teilrückzug vor, dass alle ausländischen Truppen bis spätestens Mitte Mai mit ihrem endgültigen Abzug aus dem Kriegsland beginnen.

          Blauhelme sollen Beobachter schützen

          Von der Einhaltung dieser Fristen will der Weltsicherheitsrat die Entsendung weiterer Militärbeobachter und einer Truppe von 2500 bis 3000 Blauhelm-Soldaten zu ihrem Schutz abhängig machen. Das die ausländischen Truppen tatsächlich ganz aus dem rohstoffreichen Kongo abgezogen werden, ist jedoch unwahrscheinlich. Dagegen wächst die Spannung zwischen den einstigen Verbündeten Uganda und Ruanda. Vor kurzem erklärte Uganda Ruanda offizielle zum „Feind“. Schon einmal war es zwischen Regierungstruppen beider Länder und deren verbündeten Rebellenorganisationen zu heftigen Kämpfen auf kongolesischem Gebiet gekommen.

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