https://www.faz.net/-gpf-6wnnc

Kommentar zur Vorwahl in New Hampshire : Leichtes Spiel für Romney

Sieger in New Hampshire: Mitt Romney Bild: REUTERS

Es ist der zweite Sieg für Mitt Romney, doch: Nach der Vorwahl ist vor der Vorwahl. Das Bewerberfeld bleibt unübersichtlich, viele zweifeln nach wie vor wird an seiner Führungsstärke. Eine Vorentscheidung im Rennen der Republikaner wird es erst in Süd-Carolina geben.

          1 Min.

          Es war die zweite Vorausscheidung unter den Bewerbern für die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei, und wieder heißt der Sieger Mitt Romney. Aber anders als noch vor einer Woche fiel der Sieg diesmal in New Hampshire klar und eindeutig aus, so wie es mehr oder weniger erwartet worden war. Knapp vierzig Prozent derer, die an der Vorwahl in dem Neu-England-Staat teilnahmen, gaben ihre Stimme dem ehemaligen Gouverneur von Massachusetts, dem Mann aus der regionalen Nachbarschaft.

          Es war somit eine Art politisch-kulturelles Heimspiel für Romney, der gegen die heftigen Angriffe seiner Rivalnen zudem seine überlegene Organisation erfolgreich einsetzte. Er ist der Nominierung als Kandidat der Partei und Herausforderer Barack Obamas ein Stück näher gekommen - aber in der Tasche hat er die noch nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass seine innerparteilichen Konkurrenten um die Kandidatur nicht aufgeben, nicht der libertär-isolationistische Kongressabgeordnete Ron Paul, der als Liebling der Jungwähler und der sogenannten Tea Party-Bewegung einen starken zweiten Platz belegte; nicht der Konservative Rick Santorum, für den es im individualistischen Nordosten nicht viel zu holen gab.

          Blick nach Süd-Carolina

          Er und die anderen Bewerber, die ideologisch rechts des Favoriten stehen und sich in Herkunft, Stil und Botschaft von ihm unterscheiden, rechnen sich Chancen aus, beim nächsten Vorwahltermin einen Erfolg zu erzielen, der ihrer Kampagne mehr als nur neue Hoffnung gibt. In Süd-Carolina, im Süden also, wo die republikanische Basis evangelikal und sozialkonservativ ist, wird sich zeigen, wie sehr die Wechselstimmung dem Mann zugute kommt, dem in Umfragen am meisten zugetraut wird, den demokratischen Präsidenten zu schlagen, dem gemäßigten Mitt Romney, dem Mormonen und Mann des Parteiestablishment.

          Freilich könnte ein starkes Abschneiden eines der bisher Unterlegenen die Zweifel an Romney nicht verstummen lassen und belegen, dass er nur begrenzt jene starke Führungsfigur ist, nach der sich die Basis sehnt. Merke: Nach der Vorwahl ist vor der Vorwahl; das Bewerberfeld bleibt unübersichtlich. Mit Vorteil Romney. Wenn er in der Vorwahl im Süd-Carolina, wo sich gemeinhin entscheidet, wen die Republikaner in den Kampf um das Weiße Haus schicken, keinen harten Niederschlag erleidet, dann wird es schwer, Romney ebendiesen Hauptkampf noch streitig zu machen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Der nicht mit der Zeit geht

          CSU-Fraktionschef Kreuzer : Der nicht mit der Zeit geht

          Fraktionschef Thomas Kreuzer steht für die traditionelle CSU, während um ihn herum Söder immer flexibler und Dorothee Bär immer digitaler wird. Gerade deswegen könnte er in der Partei noch gebraucht werden.

          Weiter Kämpfe in Nordsyrien Video-Seite öffnen

          Trotz Waffenruhe : Weiter Kämpfe in Nordsyrien

          Trotz der zwischen Amerika und der Türkei ausgehandelten Waffenruhe sind die Kämpfe zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Milizen in Nordsyrien nicht vollkommen eingestellt worden. In der seit Tagen umkämpften Grenzstadt Ras al-Ain gibt es weiter vereinzelte Gefechte.

          Ein Erfolg für Erdogan

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Topmeldungen

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.