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Schule in Corona-Zeiten : Weltfremde Lehrer

  • -Aktualisiert am

Während der Schulschließung war vielen Eltern die tägliche Leistung der Lehrer bewusst geworden. Nun tun deren Interessenvertreter alles, um dem Berufsstand den größten denkbaren Imageschaden zuzufügen.

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          Die Angst der Lehrer vor einer Corona-Infektion in der Schule ist verständlich und virologisch nicht unbegründet. Dass in den Wortmeldungen der Lehrerverbände aber nur noch die gesundheitlichen Bedenken eine Rolle spielen und die Sorge um die Schüler und deren Bildungsbiographien nicht einmal einer Erwähnung wert zu sein scheint, richtet einen Flurschaden an.

          Es ist ein Schlag für all die Pädagogen, die auch in der Zeit der Schulschließungen unter weitaus riskanteren Bedingungen alles getan haben, um ihre Schüler zu unterstützen, die sich freiwillig an der Notbetreuung beteiligten und nicht damit begnügten, Arbeitsblätter zu schicken, die dann zum Teil nicht einmal kontrolliert wurden.

          Größter denkbarer Imageschaden

          Es gibt diese Lehrer, die still ihre Arbeit tun, nicht klagen und sich selbst dann nicht zur Risikogruppe zählen, wenn sie die sechzig überschritten haben. Und es zeugt von Weltfremdheit, wenn Landesverbände nun so tun, als seien Lehrer die Einzigen, die länger mit vielen Menschen in geschlossenen Räumen zusammen sein müssten. Zum einen hindert sie in den Sommermonaten niemand am Lüften, zum anderen gibt es schließlich auch die Fabrikhallen, in denen viel mehr Menschen zusammen sind oder Großraumbüros.

          Während der Zeit der Schulschließung war vielen Eltern die tägliche Leistung der Lehrer bewusst geworden. Nun tun deren Interessenvertreter alles, um dem Berufsstand den größten denkbaren Imageschaden zuzufügen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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