https://www.faz.net/-gpf-9lgx9

Präsidentenwahl in Ukraine : Sieger ohne Inhalte

Wird er neuer ukrainischer Präsident? Der Komiker Wolodymyr Selenskyj. Bild: Reuters

Das Programm von Wolodymyr Selenskyj besteht lediglich aus wohlklingenden Allgemeinplätzen über nötige Veränderungen. Eine Sache muss man dem Politik-Neuling aber zugute halten.

          Für was der Sieger der ersten Runde der ukrainischen Präsidentenwahl wirklich steht, ist nicht klar. Das Programm des Komikers Wolodymyr Selenskyj besteht aus wohlklingenden Allgemeinplätzen über nötige Veränderungen. Ein öffentlich bekanntes politisches Team gibt es nicht, inhaltlichen Fragen von Journalisten ist er auch am Wahlabend ausgewichen. Viele Wähler werden nicht für ihn gestimmt haben, sondern für den ehrlichen und idealistischen Präsidenten, als den sie ihn aus einer der erfolgreichsten ukrainischen Fernsehserien kennen.

          Für die Stichwahl muss sich zeigen, wie er mit den Hoffnungen umgeht, die er geweckt hat. Veränderung würde er jedenfalls nur in der ukrainischen Innenpolitik bringen. Außenpolitisch würde er den Kurs Richtung Europa und Nato wohl fortsetzen. Mit etwas anderem hätte er im fünften Jahr der russischen Aggression gegen die Ukraine keine Chance auf eine Mehrheit. Eines muss man Selenskyj zugute halten: In einem Land, in dem es an Aggressionen nicht mangelt, hat er die Protestwähler nicht mit Wut, sondern mit einer freundlichen Kampagne mobilisiert.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Ist Frust die Ursache?

          Sicherheitsbehörden und AfD : Ist Frust die Ursache?

          Es gilt, alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden, um Reichsbürger aus dem Sicherheitsapparat auszuschließen. Es hilft aber nicht, allen Mitgliedern der Sicherheitsbehörden pauschal ein blindes rechtes Auge zu unterstellen. Eine Analyse.

          Ein Sieg für die Demokratie Video-Seite öffnen

          Bürgermeisterwahl in Istanbul : Ein Sieg für die Demokratie

          Bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl hat der Kandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit errungen. Die Abstimmung galt als Test, ob es in der Türkei noch einen Machtwechsel durch freie Wahlen geben kann.

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?
          Demonstranten in Cottbus im Mai 2018

          Sicherheitsbehörden und AfD : Ist Frust die Ursache?

          Es gilt, alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden, um Reichsbürger aus dem Sicherheitsapparat auszuschließen. Es hilft aber nicht, allen Mitgliedern der Sicherheitsbehörden pauschal ein blindes rechtes Auge zu unterstellen. Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.