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Krieg in Syrien : Die Wurzeln des Übels

Unterwegs: Ein Flüchtling spaziert entlang einer Straße nahe des griechisch-türkischen Grenzortes Pazarkule. Bild: EPA

Ob Syrien die Quelle eines Flüchtlingsstroms bleibt, entscheiden vor allem Putin und Erdogan.

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          Die meisten Vorschläge, wie auf die durch die türkische Grenzöffnung herbeigeführte Flüchtlingskrise zu reagieren sei, sind der Symptombekämpfung zuzurechnen. Doch gibt es auch einige, die das Problem an seiner Wurzel anpacken wollen. Diese Wurzel ist, jedenfalls im Fall der in die Türkei geflüchteten oder noch flüchtenden Syrer, der Bürger- und Stellvertreterkrieg in ihrer Heimat.

          Die bescheidenen Versuche des Westens, auf die Beendigung dieses Krieges hinzuwirken, sind jedoch alle gescheitert. Sie blieben erfolglos, weil wesentliche Kriegsparteien sich nicht der Ansicht des deutschen Außenministers anschließen wollen, es gebe für diesen Konflikt „keine militärische Lösung“. Erdogan, Putin und der vom Kreml kurz vor der Niederlage gerettete Assad sind vielmehr davon überzeugt, dass sie nur mit dem massiven Einsatz militärischer Mittel zu einer Lösung in ihrem jeweiligen Sinne kommen.

          Mit der Einrichtung von Schutzzonen würde man wenigstens punktuell die Ursache der Massenflucht aus Syrien bekämpfen. Doch Kampftruppen, die die Schutzzonen schützen (gegen Russen und Türken?), will angesichts der ohnehin schon großen Eskalationsgefahr, die in diesem Mehrfrontenkrieg steckt, niemand schicken. Wie man die Sache auch dreht und wendet: Ob Syrien die Quelle eines Flüchtlingsstroms bleibt, entscheiden vor allem Putin und Erdogan. Auf sie muss man Druck ausüben, wenn man nicht nur Symptome bekämpfen und die Flüchtlingskrise nicht immer weiter verschleppen will.

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