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Flüchtlingskrise : Wie im KZ?

Die Debatte über die Flüchtlingskrise verlief bislang, sieht man von Pegida und Konsorten ab, in relativ geordneten Bahnen. Doch jetzt wird es absurd.

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          Die Balkanroute ist so sehr verstaatlicht, dass wenigstens ein Ziel zur Bekämpfung des Flüchtlingselends erreicht zu sein scheint, die Trockenlegung des Schleppertums. Das wird sich wieder ändern, sobald die Türkei die Außengrenze der EU schützt und Schleuser neue Wege suchen. Doch schon jetzt erlebt deren Geschäftsmodell noch immer eine Blüte.

          Darauf deutet unter anderem die Großrazzia in drei Bundesländern gegen einen deutsch-libanesischen Schleuserring. Was dieser und andere an Summen verlangte, wird gern so verstanden, dass Flüchtlinge alles in Kauf nehmen, um nur der Not in ihren Heimatländern zu entkommen. Die Frage muss aber erlaubt sein: Sind es wirklich Flüchtlinge? Oder fallen hier Migranten auf Täuschungen herein?

          Deutschland reagiert auf die wüsten Wohlstandsmärchen, mit denen zahlungskräftige Kunden nach Deutschland gelockt werden, mit Gegenpropaganda im Libanon und in Afghanistan (und bald auch in Pakistan und Bangladesch?). Von Flucht kann dabei oft nicht die Rede sein. Es sind Versprechungen, die dazu verleiten, aus einer sicheren Umgebung nach Deutschland zu ziehen.

          In Deutschland ist diese Aufklärung noch nicht angekommen. Wer hier Migranten mit gefälschten Pässen an der Grenze aufhalten will, wird von Bischof Franz-Josef Overbeck zurechtgewiesen, weil das ja „wie im Konzentrationslager“ sei. Das ist der absurde Tiefpunkt in der Diskussion über „Transitzonen“. Dass über diese Zonen das Blaue vom Himmel phantasiert wird, ist das eine. Das andere ist: Bei so viel profunder Willkommenskultur darf man sich über fröhliche Schlepper nicht wundern.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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