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Andreas Ross (anr.)

Ministerpräsident Sánchez : Vorerst gescheitert

  • -Aktualisiert am

Pedro Sánchez verfehlte am Donnerstag sogar eine einfache Mehrheit im spanischen Parlament. Bild: EPA

Dass eine Koalition in Spanien bisher an Zank über die Ressortaufteilung gescheitert ist, mag aus deutscher Sicht befremdlich wirken. Doch selbst hierzulande wird die Regierungsbildung immer komplizierter.

          Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez ist an der Bildung einer neuen Regierung zunächst gescheitert. Der Wahlsieger vom April konnte noch nicht einmal eine einfache Mehrheit der Abgeordneten dazu bewegen, ihm das Vertrauen auszusprechen. Trotzdem stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass sich seine Sozialisten und die Linkspartei Podemos im nächsten Anlauf doch noch zusammenraufen und dem Land (und sich) abermalige Neuwahlen ersparen.

          Denn nun dürfte auch der stolze Sánchez eingesehen haben, dass sein Wahlsieg auf 27-Prozent-Niveau nicht ausreicht, um weiter allein, also mit wechselnden Mehrheiten zu regieren. Zum ersten Mal in der spanischen Geschichte dürfte es auf eine Koalitionsregierung hinauslaufen. Dass das bisher weniger an ideologischen Differenzen als an Zank über die Ressortaufteilung gescheitert ist, mag aus deutscher Sicht befremdlich wirken.

          Doch selbst hierzulande, wo Koalitionen zur staatspolitischen DNA gehören, wird die Regierungsbildung immer komplizierter, weil das Parteiensystem zerfasert. Das ist die neue europäische Normalität.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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