https://www.faz.net/-gpf-9kthz

Brexit-Chaos : Wenigstens das

Ein Brexit-Unterstützer am Mittwochabend vor dem Parlament in London. Bild: Reuters

Einen No-Deal-Brexit wird es nicht geben. Soviel Vernunft, aus Angst vor dem großen Chaos, gibt es dann doch noch in der britischen Politik. Für eine mögliche Verlängerung wäre ein Plan jedoch wünschenswert gut.

          Selbst wenn Premierministerin May meint, die Stimme des Landes zu verstehen, welche die EU verlassen wolle, so ist ansonsten vieles unklar. Mit „ihrem“ Austrittsabkommen ist May abermals gescheitert; ihre Autorität zerbröselt. Die Bevölkerung hat die Nase voll, das System Westminster ist bei dieser Existenzfrage an seine Grenzen gekommen. In zwei Punkten herrscht jetzt immerhin Klarheit, wobei in einem Punkt die Klarstellung aus Brüssel kommt: Wenn der Austrittstermin tatsächlich verschoben wird, und zwar über den Zeitpunkt der Europawahl Ende Mai hinaus, dann muss das Vereinigte Königreich an der Wahl teilnehmen.

          Den anderen Pflock hat das Unterhaus eingeschlagen: Einen No-Deal-Brexit soll und wird es nicht geben. Soviel Vernunft, aus Angst vor dem großen Chaos, gibt es dann doch, selbst wenn einige Ober-Brexiteers noch immer eine frivole Lust am Sprung in den Abgrund empfinden und die erwarteten Konsequenzen für Petitessen halten. Falls die Sache in die Verlängerung geht, wäre es gut, wenn die britische Seite einen Plan hätte. Die Europapolitik ist zu lange schon Geisel dieses Irrsinns gewesen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Präsident Widodo bleibt im Amt Video-Seite öffnen

          Wahlen in Indonesien : Präsident Widodo bleibt im Amt

          Fünf Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Indonesien ist Amtsinhaber Joko Widodo offiziell zum Sieger erklärt worden. Nach den Ergebnissen der Wahlkommission entfielen auf den 57-jährigen Widodo 55,5 Prozent der Stimmen.

          Topmeldungen

          Seltene Erden : Pekings Waffe im Handelskrieg

          In jedem Smartphone, in jeder Hightech-Rüstung stecken Seltene Erden. 80 Prozent dieser Metalle kommen aus Fernost. Setzt China das nun als Druckmittel gegen Amerika ein?

          Brexit-Abstimmung : Was ist daran „kühn“?

          Die britische Premierministerin Theresa May will den Parlamentariern ein Angebot unterbreiten, das sie nicht ablehnen können. Doch dem Vernehmen nach wird es kaum der erhoffte große Wurf sein.
          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor Kurzem im Bundestag

          Kriminelle Clans : „Die Gesellschaft wird als Beute betrachtet“

          Bundesinnenminister Horst Seehofer macht den Kampf gegen Clankriminalität zur Chefsache. Teil seines „Sieben-Punkte-Plans“ sind Tausende neue Stellen für das BKA.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.