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Brexit-Chaos : Wenigstens das

Ein Brexit-Unterstützer am Mittwochabend vor dem Parlament in London. Bild: Reuters

Einen No-Deal-Brexit wird es nicht geben. Soviel Vernunft, aus Angst vor dem großen Chaos, gibt es dann doch noch in der britischen Politik. Für eine mögliche Verlängerung wäre ein Plan jedoch wünschenswert gut.

          Selbst wenn Premierministerin May meint, die Stimme des Landes zu verstehen, welche die EU verlassen wolle, so ist ansonsten vieles unklar. Mit „ihrem“ Austrittsabkommen ist May abermals gescheitert; ihre Autorität zerbröselt. Die Bevölkerung hat die Nase voll, das System Westminster ist bei dieser Existenzfrage an seine Grenzen gekommen. In zwei Punkten herrscht jetzt immerhin Klarheit, wobei in einem Punkt die Klarstellung aus Brüssel kommt: Wenn der Austrittstermin tatsächlich verschoben wird, und zwar über den Zeitpunkt der Europawahl Ende Mai hinaus, dann muss das Vereinigte Königreich an der Wahl teilnehmen.

          Den anderen Pflock hat das Unterhaus eingeschlagen: Einen No-Deal-Brexit soll und wird es nicht geben. Soviel Vernunft, aus Angst vor dem großen Chaos, gibt es dann doch, selbst wenn einige Ober-Brexiteers noch immer eine frivole Lust am Sprung in den Abgrund empfinden und die erwarteten Konsequenzen für Petitessen halten. Falls die Sache in die Verlängerung geht, wäre es gut, wenn die britische Seite einen Plan hätte. Die Europapolitik ist zu lange schon Geisel dieses Irrsinns gewesen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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