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Australien : Abbotts Sturz

  • -Aktualisiert am

Mehr als eine Rochade: Tony Abbott Mitte September mit seinem damaligen Kommunikationsminister und Nachfolger Malcolm Turnbull Bild: dpa

Australiens Premierminister Tony Abbott muss gehen. Er hatte mit schwachen Umfragewerten zu kämpfen, ein neuer Führungsstil schien nötig. Sein Nachfolger Malcolm Turnbull könnte dafür der richtige Mann sein.

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          Australier gelten als robust. Im Umgang mit Politikern entsprechen sie seit Jahren voll und ganz diesem Klischee. Nun hat es wieder einen Premierminister erwischt. Und wieder waren es nicht die Wähler, die ihn in die Wüste schickten, sondern die lieben Parteifreunde. Tony Abbott hatte mit schwachen Umfragewerten zu kämpfen. Jetzt sei, so die Kritiker, ein neuer Führungsstil notwendig.

          Für den soll Malcolm Turnbull stehen. Die Führungswechsel der vergangenen fünf Jahre zeigen aber, dass es nicht um Stilfragen geht. Die auf Rohstoffexport basierende Wirtschaftskraft Australiens leidet unter schwierigen Verhältnissen auf dem Weltmarkt. Es könnte deshalb nicht schaden, ein wenig für die Diversifizierung der Wirtschaft zu tun, damit nicht sinkende Preise für, zum Beispiel, Kohle zu einer größeren Krise führen.

          Der demnächst neue Premierminister will aktiv etwas gegen den Klimawandel tun, was ungewöhnlich ist für australische Politiker. Wenn hinter dieser Haltung ein Gesamtkonzept für die Zukunft stünde, könnte sich dieser Führungswechsel einmal positiv von vielen anderen abheben.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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