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Kommentar zu Saudi-Arabien : Scharfer Ton

Seit Jahrzehnten verbindet die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien eine interessengeleitete Allianz. Doch die gemeinsame Basis wird schmaler.

          Der Ton zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten wird schärfer. Als Folge von zwei Resolutionen des amerikanischen Senats hat sich Riad nun eine Einmischung in seine „inneren Angelegenheiten“ verbeten – als ob ein Krieg oder die Ermordung eines Dissidenten in einem Drittstaat eine „innere Angelegenheit“ wäre. Seit Jahrzehnten verbindet die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien eine interessengeleitete Allianz. Saudi-Arabien ist in vielem von Washington abhängig, seien es Waffenkäufe, sei es das Atomprogramm. Die gemeinsame Basis wird nun schmaler.

          Die Entfremdung nimmt auf beiden Seiten zu. So hat Saudi-Arabien in den Vereinten Nationen einem amerikanischen Antrag nicht zugestimmt, die Hamas als Terrorgruppe zu verurteilen; zudem arbeitet Saudi-Arabien nicht nur in der Ölpolitik mit Russland zusammen. Die Herrscherfamilie betreibt Vorsorge für den Fall, dass die Entfremdung mit Amerika weiter fortschreitet. So schwebt der Führung eine arabische Militärallianz unter saudischer Führung vor. Der Krieg im Jemen soll dafür ein Versuchsballon sein.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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