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Möglicher Truppenabzug : Schwächung des Westens

PR-Termin in Ramstein: Donald Trump posiert mit amerikanischen Soldaten in Deutschland Bild: dpa

Wenn die Nachricht über den Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland stimmt, wäre das eine weitere fatale Entscheidung des Narzissten Trump. Sie würde die Gegner des Westens stärken.

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          Offiziell hat die Bundesregierung noch immer keine Bestätigung für die Meldung, die Regierung Trump wolle 9500 Soldaten aus Deutschland abziehen und die Obergrenze der dort stationierten auf 25.000 senken. Allein das ist ein weiterer Beleg für die Unberechenbarkeit des Mannes im Weißen Haus und dafür, was er von Abstimmung in der Nato hält. Dass der Abzug gar ein Racheakt sein soll für die angebliche Weigerung der Kanzlerin, am G-7-Treffen im Sommer teilzunehmen, kann man sich mittlerweile durchaus vorstellen. Es würde zu Trumps Narzissmus passen.

          Sollte die Meldung also den Tatsachen entsprechen, wäre das eine weitere Entscheidung, über die man nur den Kopf schütteln kann. Denn der Westen würde weiter geschwächt, weil die Vertrauensbasis weiter erodierte. Es stimmt, Deutschland und die anderen europäischen Nato-Partner sind in puncto Sicherheit auf Amerika angewiesen.

          Das wird, allen europäischen Schwüren zum Trotz, auf absehbare Zeit so bleiben. Die Defizite sind jedoch erkannt und werden hoffentlich weiterhin abgebaut. Aber es ist nicht so, als sei das amerikanische Engagement in Europa und in der Nato allein ein Werk des Altruismus: Es dient amerikanischen welt- und sicherheitspolitischen Interessen.

          Wenn Trump das amerikanische Militär in eine Söldner-Truppe umbauen will, dann versteht er dieses Interesse nicht. Und: Können sich die transatlantischen Partner nicht mehr aufeinander verlassen, werden ihre Widersacher sich das schon zunutze machen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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