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Kretschmanns Wirtschaftskurs : Grüne Worte, grüne Taten

Winfried Kretschmann in Tuttlingen Bild: dpa

Winfried Kretschmann verlangt von seiner Partei, eine „klassische Wirtschaftspartei“ zu werden, und greift damit die CDU an. Meint er es ernst oder ist das nur der Auftakt zum Wahlkampf im Südwesten?

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          Da hat Winfried Kretschmann aber noch viel zu tun! Er will der CDU die Wirtschaftskompetenz streitig machen und verlangt von seiner Partei, eine „klassische Wirtschaftspartei“ zu werden. Einmal davon abgesehen, dass er der CDU damit schmeichelt (hat sie diese Kompetenz denn überhaupt noch - ohne die FDP?), auch seiner eigenen Partei, den Grünen, traut er damit einiges zu.

          Der Anspruch, die neue deutsche Mittelstandspartei zu werden, wirkt aber schon nicht mehr ganz so vermessen, wenn man ihn nicht gegen die CDU, sondern insgeheim gegen die SPD gerichtet sieht. Auch die SPD hat sich schließlich vorgenommen, wenn nicht gleich Wirtschaftspartei, so doch wenigstens eine wirtschaftsfreundliche Partei zu werden. Und auch der Gegenstand der Begierde ist in beiden Fällen gleich: die digitale Zukunft Deutschlands.

          Die SPD können die Grünen auf diesem Feld allemal überbieten, ohne schon im Ansatz an dem Gegensatz zwischen Gleichheitsaposteln wie Trittin und Freiheitskämpfern wie Göring-Eckardt zu scheitern. Entscheidend aber wird sein, dass sich die Grünen an ihren Taten messen lassen können. Sie regieren  in sieben, bald in acht Bundesländern - nur in einem Land in einer Koalition mit der „Wirtschaftspartei“, in den anderen in rot-grünen Verbindungen, gerade weil sie mit der Wirtschaft ihre liebe Not haben.

          Von einer grünen Wirtschaftspartei ist also noch nicht viel zu spüren. Und bei Kretschmann? Er hat wohl erst einmal nur den Wahlkampf gegen die CDU im Südwesten eröffnet - der David gegen den Goliath.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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