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Jasper von Altenbockum (kum.)

Kramp-Karrenbauer zur Homo-Ehe : Autoritäre Lobby

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Bild: Cornelia Sick

Schwule und Lesben laufen Sturm gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie habe willkürlich gleichgesetzt, was nicht gleich sei. Das Argument kommt einem irgendwie bekannt vor.

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          Der Weg zur Homo-Ehe macht Deutschland egalitärer und libertärer, aber ganz offenbar nicht liberaler. Wer in diesen Tagen darauf hinweist, dass die „normale“ Ehe aus Mann und Frau besteht, muss ein dickes Fell haben: Von einer autoritären Lobby und einem ihr hörigen Netz-Mob wird er genüsslich gnadenlos fertig gemacht. Besonders beliebt ist das „Abfragen“ in den sogenannten sozialen Medien: So lockt man Gegner der Homo-Ehe aufs dünne Eis ihrer Moral, um sie dann mit einem Stoß ins homophobe Wasser drücken zu können. Jede unbedachte Äußerung wird auf die Goldwaage gelegt und kann schon mal dazu führen, dass eine Zeitung ihre Kolumnistin in die Wüste schickt. Zensur? Ach was! Gleichheit!

          Besonders wütend aber reagiert die Schwulen- und Lesben-Lobby auf bedachte Äußerungen. Wer, wie jetzt die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), zu bedenken gibt, dass durch die Homo-Ehe willkürlich gleichgesetzt werde, was nicht gleich sei, der muss gar fürchten, als Volksverhetzer angezeigt zu werden. Doch Kramp-Karrenbauer hat völlig Recht: Wo der Begriff der Ehe so umgedeutet wird, dass alles darunter fällt, was mit „Verantwortung“ oder „Fürsorge“ oder „Liebe“ oder „lebenslang“ zu tun hat, darf sich über den Vorwurf der Beliebigkeit nicht wundern.

          Die Homo-Ehe wird das nicht aufhalten. Zumindest Juristen haben aber sehr früh darauf hingewiesen, dass die Abgrenzung dann immer schwieriger wird – zum Beispiel gegenüber der Vielehe oder gegenüber Ehen naher Verwandter. Verfechter der Homo-Ehe wehren sich nun dagegen voller Empörung, weil willkürlich gleichgesetzt werde, was nicht gleich sei. Das Argument kommt einem irgendwie bekannt vor. Warum wird es als so viel glaubwürdiger empfunden, wenn es nicht von „reaktionären“ Heterosexuellen vorgetragen wird, sondern von deren Gegnern? Vielleicht deshalb, weil Schwule und Lesben einfach die besseren Verteidiger der Ehe sind.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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