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Italiens Regierungskrise : Karrierist Salvini

  • -Aktualisiert am

Weiß genau wo er hin will: Matteo Salvini. Bild: Reuters

Wie in vielen anderen westlichen Staaten geht es auch in Italien derzeit mehr um Stimmungen als um die politische und soziale Realität. Genau darauf setzt Matteo Salvini.

          In dieser Hinsicht steht die ungewöhnliche Populisten-Koalition in Italien dann doch ganz in der Tradition des Landes: Die Regierungen der Republik haben selten lange gehalten. Nun ist nach gut einem Jahr das 65. Kabinett seit dem Zweiten Weltkrieg am Ende. Diese politische Instabilität ist ein wichtiger Grund für die italienische Misere, auch wenn selten darüber gesprochen wird. Auch diesmal wieder stellt die Politik, namentlich der Lega-Führer Salvini, persönliche Interessen über die seines Landes. Mit der Ruchlosigkeit des Karrieristen hat er den Bruch mit den Fünf Sternen herbeigeführt.

          Aber die Italiener hatten sowieso nicht viel von dieser Koalition. Die wirtschaftliche Lage hat sich nicht grundsätzlich verbessert, und die Eindämmung der Migration, die Salvini für sich in Anspruch nimmt, geht im wesentlichen auf die Vorgängerregierung zurück. Die guten Umfragewerte der Lega zeigen allerdings, dass es in Italien, wie in vielen anderen westlichen Staaten, derzeit mehr um Stimmungen geht als um die politische und soziale Realität. Genau darauf setzt Salvini.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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