https://www.faz.net/-gpf-88or7

Kommentar : Gaucks Realitätssinn

18 Jahre sind seit dem letzten Besuch eines Bundespräsidenten im Weißen Haus vergangen. Ein Zeichen der Gleichgültigkeit? Hoffentlich nicht, denn das können wir uns gerade jetzt nicht leisten.

          1 Min.

          Man glaubt es nicht, und doch passt es zur Feststellung, dass „wir das transatlantische Verhältnis zuletzt nicht so sorgsam behandelt haben wie notwendig“: Seit dem letzten Besuch eines Bundespräsidenten im Weißen Haus und dem von Joachim Gauck an diesem Mittwoch sind sage und schreibe 18 Jahre vergangen!

          Selbst wenn Gaucks Klage den aktuellen Kontroversen galt, von denen einige unvermeidlich, andere überflüssig, wieder andere hochgespielt sind, so spricht aus dem langen Besuchsintervall eine fahrlässige Gleichgültigkeit. Gleichgültig jedoch dürfen sich die atlantischen Partner nicht sein, nicht in einer Welt, die aus den Fugen gerät und in der es nicht viele ordnungsstiftende Kräfte gibt.

          Amerikaner und Deutsche, Amerikaner und Europäer brauchen einander heute nicht weniger als während des Kalten Krieges, und zwar wegen der höchst unübersichtlichen Weltlage, der unheimlichen Vielfalt der Krisen und der Vielzahl neuer Bedrohungen. Aus Gaucks Hinweis, dass die Nato die Vorbedingung für eine Existenz in Freiheit ist, spricht nicht Nostalgie, sondern wacher politischer Realitätssinn.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Der US-Regierung droht der „Shutdown“

          Entscheidende Woche : Der US-Regierung droht der „Shutdown“

          Präsident Biden hat diese Woche im US-Kongress gleich an mehreren Fronten zu kämpfen: gegen einen drohenden „Shutdown“, gegen einen möglichen Zahlungsausfall der Regierung und gegen ein Scheitern seiner großen Prestigeprojekte.

          Laschet setzt alles auf Jamaika Video-Seite öffnen

          Neue Regierungsspitze : Laschet setzt alles auf Jamaika

          Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht einen „persönlichen Anteil“ am schlechten Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl. Dennoch setzt der CDU-Chef jetzt darauf, eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP zu bilden.

          Topmeldungen

          Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert eine zügige personelle Neuaufstellung seiner Partei.

          Liveblog Bundestagswahl : Altmaier fordert zügig personelle Neuaufstellung der CDU

          Röttgen: CDU in „existenzieller Gefahr“ +++ SPD-Chef Walter-Borjans: Mitgliederbefragung zu Koalitionsvertrag möglich +++ Bayerns Finanzminister Füracker: „CSU für Niederlage nicht verantwortlich“ +++ Lindner als FDP-Fraktions-Vorsitzender wiedergewählt +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.
          US-Präsident Joe Biden steht im US-Kongress eine entscheidende Woche bevor.

          Entscheidende Woche : Der US-Regierung droht der „Shutdown“

          Präsident Biden hat diese Woche im US-Kongress gleich an mehreren Fronten zu kämpfen: gegen einen drohenden „Shutdown“, gegen einen möglichen Zahlungsausfall der Regierung und gegen ein Scheitern seiner großen Prestigeprojekte.
          Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel am Montag in Berlin

          AfD in Ostdeutschland : Blau blüht das Kernland

          Die AfD wird in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft, obwohl sie im Vergleich zur Wahl von 2017 teilweise Stimmenanteile verliert. Was folgt daraus für die Partei? In Berlin zofft sich die Führung auf offener Bühne.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.